Die Fähre nach Afrika.....
Ausruhen im Olivenhain Marrakeshs mit Najib
... keine Liebe im Islam... oho
Tee...
... mit Najib...
... Tina und Mio...
... und das auf einer Dachterasse im Herzen Marrakeshs.... jaja, die Deutschen müssen immer und überall auf die Dächer steigen...
Und nun der 21. Februar..... nicht nur die Gedanken drehen beim Warten auf Basti frei...
... und tadaaa, hier ist er!
und ab geht's in die Wüste
wo ist das kamel??
"Oh schau doch mal Lieschen, so ein Esel will ich auch haben!"
Hugo übt schon mal das Fliegen... dann der letzte Absprung und schwups....
... gibt es die erste selbst gedrehte Zigarette in Brüssel.....
Danke Stefan!!!
Nur noch fix ein bisschen Hippi auf einem Boot in Holland sein.....
... und Niko belästigen...
und schwupp di wupp sind wir auch bald schon wieder in Dresden!!!
- Location:sand und wasser
- Mood:
nervous - Music:hippigesänge
Wind und Salz im Haar... das Gefuehl auf einer Faehre zu stehen. Dazu noch ein Blick auf Gibraltar und das mumlige Gefuehl in meinem Bauch zum ersten Mal in meinem Leben Europa zu verlassen.
Es dauerte auch nicht lange und wir erreichten wieder das Festland. Afrika ist wirklich nur einen Katzensprung entfernt! Endlich durften wir wieder Geld tauschen, dass verdoppelt fuer mich die Freude am Reisen!
Wie sich heraus stellte, war der Hafen von Tanger 50 km von der Stadt entfernt und da wir noch die spanische Gemuetlichkeit in uns trugen, bummeleten wir vom Schiff hinunter und verpassten erstmal unseren Bus. Wieder eine Stunde warten. Zum Glueck mit vielen netten Menschen, so dass der erste Eindruck des "anderen" Kontinenten doch ein sehr froehlicher war.
Das aenderte sich aber ratzefatz. Kaum waren im Zentrum der Stadt sprangen von ueberall Menschen zu uns und wollten, dass wir Taxi fahren, uns herum fuehren, Geld haben ... wir ergriffen kurzerhand die Flucht. Obwohl man nicht entkommen kann, denn selbst zu spaeter Abendstunde wimmelt es in den Strassen vor Menschen. Urspruenglich war unsere Idee in Tanger zu uebernachten und erst am naechsten Tag zu unserer Couchsurferin Souka nach Fes zu fahren. Ich muss jedoch gestehen, dass uns ein regelrechter "KULTURSCHOCK" ueberrumpelte und wir kurzerhand ein Busticket fuer die Nacht kauften.
Zum Glueck war Souka noch wach und liess uns sogar nachts um vier am Busbahnhof in Fes abholen, empfing uns freundlich und wir schliefen erstmal tief und fest. Der naechste Tag kam und wir bestaunten zunaechst die Wohnsituation. Zehn oder Zwoelf Verwandte wohnten in der Wohnung, Tanten, ein Onkel, der Bruder usw.
Der Hunger trieb uns jedoch erstmal hinaus, da wir seit Spanien nichts mehr gegessen hatten. Ein koestliches marokkanisches Brot... hmm, wie das auf der Zunge zergeht und es kostete uns umgerechnet nur zehn Cent. Dann marschierten wir los in die Stadt. Ab hier trennen sich vielleicht Hugos und meine Eindruecke... in diesem Eintrag erfahrt ihr also die Sicht einer Frau in Marokko. Die Sicht einer Frau ohne KOPFTUCH.
Der erste Daempfer kam, als ich Hugo einen Kuss auf den Mund drueckte. Ein Mann schaute uns mit mit boesen Augen an und schuettelte den Finger. KEINE LIEBE IM ISLAM!!!!!
Also liefen wir weiter, jeder fuer sich, obwohl ich manchmal Hugos troestenden Umarmungen doch gebraucht haette. Denn ich wurde behandelt wie ein Geist. Niemand ging mir aus dem Weg, die Blicke waren zum Teil verstaendnislos zum Teil einfach nur widerlich. Kurzum, ich hatte nach einem Tag schon gehoerig die Schnauze voll. Maenner duerfen alles, Frauen nichts. Schaut man in die Cafes, sitzen dort nur Maenner. Meine Laune war im Keller oder gibt es vielleicht noch ein Geschoss unter dem Keller? Dann sass sie dort! Wir kamen erschoepft zu Souka nach Hause und siehe da, auf einmal waren da noch zwei Deutsche und zwei Litauerinnen. Soviele Couchsurfer auf einem Haufen. Wir schliefen alle in einem Raum, der nur aus Sofas und Decken und Teppichen bestand. Mit Socken durfte man rein, Barfuss jedoch nicht. Auf die Toilette nur mit Schuhen oder Barfuss, aber nicht mit Socken!!! Nur wenige Stunden Schlaf waren mir vergoennt, denn ich musste mich erstmal an die vielen Geraeusche um mich herum gewoehnen, denn ein Meter von uns entfernt schlief die restliche Familie und viele Menschen produzieren viele Geraeusche in der Nacht.
Der neue Tag brachte viel Sonne und wenn man ein Mann ist, konnte man bei den Temperaturen auch gern mal im T-Shirt draussen spazieren. Wir zogen mit Jan und Vera (die anderen deutschen Couchsurfer) los. Manchmal muss man einfach nur ein bisschen frecher sein und sich mehr getrauen. Mit ihnen setzten wir uns in ein Cafe und schluerften nach langer Zeit endlich mal wieder Kaffee und suessen koestlichen marokkanischen Tee, um die Frechheit auf die Spitze zu treiben wurde noch eine Zigarette angezuendet. In mir hatte sich mittlerweile ein Luisentypischer Trotz entwickelt!!!
Neue Stadt, neues Glueck! Willkommen in Marrakesh, noch immer ohne Kopftuch!
Frueh um Fuenf stapften wir los zum Bus, der uns nach Marrakesh bringen sollte. Uns erwarteten zehn Stunden Fahrt ueber klitzekleine Strassen und neben uns immer das Atlasgebirge. Es war ein Traum, denn ich leider immer nur fuer Sekunden mitbekam, da ich einfach viel zu muede war. Hugo zappelte jedoch froehlich neben mir auf dem Sitz hin und her: "Oh ein Esel, Lieschen schau doch mal ein Esel, so einen will ich auch haben!" oder "Oh, schau nur die vielen kleinen Haeuser und den Berg dort hinten, dort will ich wohnen!" Ein paar Kilometer weiter dann: "Nein, schau nur wie toll das alles aussieht, man sieht das Atlasgebirge, dort will ich unser Haus hin bauen!" ... In einem kleinen Dorf standen auf einmal zwei Backpacker vor unserem Bus. Voller Spannung warteten wir die naechste groessere Pause ab: "Hoffentlich sind es keine Deutschen!" Wir stiegen aus und quasselten erstmal froehlich Englisch, bis zu der verheerenden Frage: "Where are you from?"
- "Germany"
- "Ach, dann koennen wir ja auch deutsch reden!"
Tja, die Deutschen sind halt ueberall. Mio und Tina waren jedoch das Beste das uns in dieser Busfahrt passierte. Mit jeder Pause lernten wir uns ein bisschen besser kennen. Als wir in Marrakesch ankamen war es fuer uns vier sofort klar, dass wir uns am naechsten Tag wiedersehen wollen. Und es funktioniert! Ohne Handy, nur mit dem Stadtplan einer fuer uns voellig fremden Stadt bestimmten wir einen Ort und einen Zeitpunkt und trafen uns am naechsten Tag wieder. Doch dazu spaeter.
Zwischendurch warteten wir auf unseren Couchsurfer der uns am Bahnhof abholen wollte. Die guten marokkanischen zehn Minuten (sie sind in Wirklichkeit eine Stunde!) Doch dann schaute ein freudestrahlendes Gesicht um die Ecke und Najib stand vor uns. Wir wurden gleich umarmt und herzlichst empfangen. Wir sattelten unsere Rucksaecke und zogen los. Najib redete und redete und wir redeten und redeten. Kurzum, wir verstanden uns von Anfang an Prima. Inschallah!!!
Die naechsten zwei Tage verbrachten wir also mit Najib, Mio und Tina in Marrakesh. Meistens auf dem Basar. Assen, Tranken und freuten uns unseres Lebens. Jeden Abend fuhren wir mit Najib in einem Taxi nach Hause. Das hoert sich aeusserst dekadent an, ist es aber gar nicht. Du suchst dir ein Taxi aus, sagst dem Fahrer wo du hin willst und setzt dich. Dann steigt der Fahrer aus und ruft laut in die Runde in welche Richtung es geht und du kannst kaum bis zwei zaehlen, da sitzen schon drei weitere Personen im Taxi. Also geht die Fahrt los, sechs Leute plus Fahrer, vier hinten, zwei vorne. Ein Abenteuer, welches man erlebt haben sollte und am Ende kostet es genauso viel wie der Bus.
In Marrakesh bin ich wieder aufgelebt. Traurig aber wahr, es ist eine Touristenstadt und da fall ich mit wallendem Haar nicht mehr auf. Ueberall wo man hintritt sind Touristen. Menschen so weit das Auge reicht. Dazwischen immer laute Stimmen die dir was verkaufen wollen. Doch das stoerte mich weniger als in Fes. Kurzum ich habe mich wieder wohlgefuehlt.
Dann kam der Tag der Tage. Der 21. Februar. Der Tag auf den wir die ganze Reise hingearbeitet haben. Zehn Uhr morgens - der Flughafen Marrakeshs. Wir, braun gebrannt und mit einem golden glitzernden Schild in der Hand auf dem gross "LIEBE" stand, damit uns Basti auch ja nicht verfehlt. Es ist furchtbar aufregend jemanden am Flughafen abzuholen, die Tuer geht auf, die Spannung steigt und dann: "Ach, schon wieder nicht die richtige Person!". Zumindest erkannten wir wenigstens, als die Leute aus dem deutschen Flugzeug stiegen, denn unser Schild wurde mit einem froehlichen Laecheln belohnt. Und dann, die Tuer ging auf und da war endlich BASTI und noch sieben weitere Personen. Ach war das eine Freude, Traenen kullerten und Umarmungen flogen nur so hin und her. Nachdem wir unsere Emotionen wieder gesammelt hatten, fuhren wir mit der ganzen Bande zurueck nach Marrakesh um dort noch eine Nacht in einem Hostel zu uebernachten. Nach und Nach lernten wir alle Personen kennen. Das erste Eis brach, als Stefan und Sonja auf der Terasse sassen und fragten, ob nicht jemand eine Runde Kniffel spielen will... natuerlich hatten die Beiden sofort unser Herz gewonnen, Kniffelsuechtige unter sich :)
Der Tag verging und die Vorfreude auf Khamlia wuchs immer mehr. Frueh um Acht ging es am naechsten Tag dann endlich los. Eine wilde Fahrt ueber das Atlasgebirge mit vielen Kurven, hoher Geschwindigkeit und atemraubenden Ueberholungsmanoevern. Nach zehn Stunden waren wir dann endlich da.....
Khamlia... der Anfang der Sahara und ein Kopftuch!
Die Sonne ging schon hinter den Sandduenen unter und es wurde immer dunkler... so dunkel, dass man kaum noch seine Hand vor Augen gesehen hat. Am Horizont leuchteten ein paar Strassenlaternen und wir waren endlich in Khamlia. Ein paar kleine Haeuser, bestehend aus Sand, Steinen und Stroh. Sie fallen in der Landschaft gar nicht auf und das macht sie so besonders. Eins mit der Natur. Umso erschreckender war es fuer mich, als wir in den Wohnraum gefuehrt wurden und der Fernseher lief. Huch, mitten in der Wueste und man entkommt der Zivilisation doch nicht ganz. Dazu gab es leckeres Essen und wieder einmal marokkanisches Brot. Wir sassen alle um einen Tisch herum, in der Mitte stand ein einziger grosser Teller. Dieses Gefuehl der Zusammengehoerigkeit sollte uns die ganze Woche begleiten. Unsere Schlafraeume standen auch bereit. Zu viert mit Basti und Evi in einem Zimmer, die Matratzen auf dem Boden und alles so gemuetlich. Wir liefen nachts noch auf die erste Sandduene um den Sternenhimmel zu bestaunen. In Worten ist dies kaum wiederzugeben. Es sind so viele Sterne, dass es sogar schwer faellt, denn Grossen Wagen zu entdecken, dafuer springt einem gleich der Orion ins Auge und der Mond steht auf dem Kopf. Und Sternschnuppen... ach, es gab kaum einen Abend, an dem ich keine gesehen habe! Der Sand unter unseren Fuessen war kalt und wir konnten kaum etwas sehen. Das fantastische Naturbild eroeffnete sich uns erst am naechsten Tag... Duenen soweit das Auge reicht. Du stehst auf ihnen und spuerst diese gewaltige Energie die in ihnen schlummert. Und diese uebertragt sich auf dich. Ich lief immer weiter in die Wueste hinein und fernab von allen Geraeuschen setzte ich mich nieder und genoss die Stille und die Weite. Ein Europaeer kann sich wahrscheinlich gar nicht mehr vorstellen, wie leise die Welt sein kann. Ich habe es zumindest das erste Mal richtig spueren koennen. Es schenkt Kraft und Probleme verlieren sich im Sand.
Die ersten Tage waren zur Eingewoehnung bestimmt, obwohl ich sagen muss, dass es nicht lange bei uns beiden dauerte. Wir fuehlten uns sofort wohl. Wir liefen ins benachbarte Dorf, welches sieben Kilometer entfernt ist und ich huepfte die ganze Zeit neben Hugo her. "Wir sind in der Wueste!!! Wir sind wirklich in der Wueste!" Ein tolles Gefuehl. Ich musste auch gleich ein wenig Tourimaessig ein Foto von mir und einem Dromedar machen... herrlich! Im Dorf kauften wir dann ein paar Kleinigkeiten fuer das Fruehstueck ein. Marmelade, Frischkaese, Kaffee, Milch und Schokoaufstrich - absolute Luxusgueter. Dazu gab es noch einen Joghurtdrink (Yawmy) dessen Geschmack man kaum beschreiben kann.... einfach nur koestlich und fuer ein paar Cent einen riesen Berg Oliven.
Am Sonntag fuhren wir nach Rissani, einer Basarstadt in der wir uns mit Tuechern, Hosen und Tee eindeckten. Ein Kaffee und eine Berberpizza (mjammi) in dem Keller eines Cafes (weil wir zuviele Frauen waren und sie uns auf der Terasse nicht bedienen wollten.....) und dann nach Hause. Zum Glueck, denn ist man einmal die Ruhe gewoehnt, kann so ein Basarbesuch furchtbar anstrengend sein. In den naechsten Tagen trafen wir uns mit den Lehrern aus dem Dorf um den Unterricht fuer die naechsten Wochen zu besprechen. Gruppen wurden eingeteilt und Themen festgelegt. Denn dafuer sind ja alle in das Dorf gefahren um das Projekt "Afrika macht Schule" zu unterstuetzen. Wir schlossen uns kurzerhand den kleinen Grueppchen an und arbeiteten fleissig mit. Dann kam der Montag an dem alles losging. Stefan und ich hatten die kleinen Kinder von sechs bis neun Jahre, so dass wir hauptsaechlich malten und sangen. Auch ohne sich zu verstehen kann man sich verstehen... faszinierend wie verbindent Musik zum Beispiel ist.
Die Woche in Khamlia war so bewegend. Hugo lernte eifrig viele arabische/berber Woerter um dem Begruessungsritual standhalten zu koennen. Uebersetzt man es, so fragen sie sich die ganze Zeit ob es einem gut geht, dann antwortet der naechste ja klar und fragt wieder...... das geht so lange, bis einem die Puste ausgeht, was allerdings ein paar Minuten dauern kann. Hugo hielt sich standhaft und ich hatte auch einen guten Lehrer in Hamid gefunden, der mir immer neue Begriffe beibringen wollte. Leider war ich erst so weit wenigstens dreissig Sekunden mitzumachen, als wir wieder fahren mussten. Mit der Zeit wurde der Kontakt mit den Dorfbewohnern auch immer intensiver. Wir wurden wie Familienmitglieder behandelt und es wurde auch ueber unsere Fehler hinweg gesehen. Zum Beispiel sollte man niemals in der Oeffentlichkeit Zaehne putzten, denn das ist sehr unfein... Wir Frauen trugen brav unser Kopftuch aus Respekt den Frauen gegenueber. Nunja, das Kopftuch ist letztendlich ein Thema fuer sich... Einen grossen Vorteil hat es, man braucht sich nicht ganz so oft Haare waschen, denn man nimmt es ja nur zum Schlafen ab. Und da Duschen ein wenig schwierig ist, weil man erst das Wasser in einem grossen Kessel warm machen muss, war das aeusserst praktisch. Dann gibt es natuerlich noch die andere Seite. Wenn man dann doch mal Haare gewaschen hat, kann man sie nicht an der Luft trocknen lassen, denn offene Haare sind gerade so, als ob eine Frau in Deutschland nackt ueber die Strasse laufen wuerde.- Auch wenn man zuviel koestlichen marokkanischen Tee getrunken hat und man nachts doch mal aufspringen muss, der Griff zum Kopftuch sollte auch schlaftrunken moeglich sein, denn man weiss nie, ob man jemanden begegnet. So konnte man nach einigen Tagen beobachten, dass die Maenner immer mehr auflebten (da sie ja alles duerfen) und wir Frauen erstmal damit klar kommen mussten. Uns wurden jedoch auch viele Freiheiten eroeffnet, denn normalerweise ist es nicht moeglich, dass unverheiratete Maenner und Frauen in einem Raum schlafen, auch wird immer getrennt gegessen und abends mit den Maennern Musik machen ist auch nicht moeglich. Das durften wir zum Glueck alles. Und die Musik war herrlich, ich bin im Allgemeinen kein grosser Trommelfreund, aber wenn die Maenner zusammensassen und trommelten, klatschten und sangen, ich wurde in eine andere Welt entfuehrt.
Ich koennte noch so viel mehr schreiben... ich habe in der kurzen Zeit so viel erlebt, erfahren und gelernt, aber es faellt mir schwer alles in Worte zu fassen. Hugo und ich sind unterschiedlich braun gebraeunt... die dreissig Grad heisse Sonne faerbte Hugos Arme und Gesicht - bei mir sind nur die Haende (weil Frauen niemals kuerzere Oberteile als bis zum Ellebogen tragen sollten) und das Gesicht braun.....
Ich bin schlussendlich so gluecklich, dass wir in Khamlia dabei sein durften und es wird sicherlich nicht das letzte Mal sein, dass wir dort waren.
Der Abschied ist mir sehr schwer gefallen. In der kurzen Zeit sind mir soviele Menschen ans Herz gewachsen und ich haette auch gern gesehen, wie das Projekt sich von Woche zu Woche weiter entwickelt. Nunja, beim naechsten Mal - Inschallah!!!
Mittlerweile trennen uns viele Kilometer zu Khamlia und nur noch wenige bis Dresden...
Teil der Drei der Reise beginnt nun hier in Leiden (Holland).....
Es dauerte auch nicht lange und wir erreichten wieder das Festland. Afrika ist wirklich nur einen Katzensprung entfernt! Endlich durften wir wieder Geld tauschen, dass verdoppelt fuer mich die Freude am Reisen!
Wie sich heraus stellte, war der Hafen von Tanger 50 km von der Stadt entfernt und da wir noch die spanische Gemuetlichkeit in uns trugen, bummeleten wir vom Schiff hinunter und verpassten erstmal unseren Bus. Wieder eine Stunde warten. Zum Glueck mit vielen netten Menschen, so dass der erste Eindruck des "anderen" Kontinenten doch ein sehr froehlicher war.
Das aenderte sich aber ratzefatz. Kaum waren im Zentrum der Stadt sprangen von ueberall Menschen zu uns und wollten, dass wir Taxi fahren, uns herum fuehren, Geld haben ... wir ergriffen kurzerhand die Flucht. Obwohl man nicht entkommen kann, denn selbst zu spaeter Abendstunde wimmelt es in den Strassen vor Menschen. Urspruenglich war unsere Idee in Tanger zu uebernachten und erst am naechsten Tag zu unserer Couchsurferin Souka nach Fes zu fahren. Ich muss jedoch gestehen, dass uns ein regelrechter "KULTURSCHOCK" ueberrumpelte und wir kurzerhand ein Busticket fuer die Nacht kauften.
Zum Glueck war Souka noch wach und liess uns sogar nachts um vier am Busbahnhof in Fes abholen, empfing uns freundlich und wir schliefen erstmal tief und fest. Der naechste Tag kam und wir bestaunten zunaechst die Wohnsituation. Zehn oder Zwoelf Verwandte wohnten in der Wohnung, Tanten, ein Onkel, der Bruder usw.
Der Hunger trieb uns jedoch erstmal hinaus, da wir seit Spanien nichts mehr gegessen hatten. Ein koestliches marokkanisches Brot... hmm, wie das auf der Zunge zergeht und es kostete uns umgerechnet nur zehn Cent. Dann marschierten wir los in die Stadt. Ab hier trennen sich vielleicht Hugos und meine Eindruecke... in diesem Eintrag erfahrt ihr also die Sicht einer Frau in Marokko. Die Sicht einer Frau ohne KOPFTUCH.
Der erste Daempfer kam, als ich Hugo einen Kuss auf den Mund drueckte. Ein Mann schaute uns mit mit boesen Augen an und schuettelte den Finger. KEINE LIEBE IM ISLAM!!!!!
Also liefen wir weiter, jeder fuer sich, obwohl ich manchmal Hugos troestenden Umarmungen doch gebraucht haette. Denn ich wurde behandelt wie ein Geist. Niemand ging mir aus dem Weg, die Blicke waren zum Teil verstaendnislos zum Teil einfach nur widerlich. Kurzum, ich hatte nach einem Tag schon gehoerig die Schnauze voll. Maenner duerfen alles, Frauen nichts. Schaut man in die Cafes, sitzen dort nur Maenner. Meine Laune war im Keller oder gibt es vielleicht noch ein Geschoss unter dem Keller? Dann sass sie dort! Wir kamen erschoepft zu Souka nach Hause und siehe da, auf einmal waren da noch zwei Deutsche und zwei Litauerinnen. Soviele Couchsurfer auf einem Haufen. Wir schliefen alle in einem Raum, der nur aus Sofas und Decken und Teppichen bestand. Mit Socken durfte man rein, Barfuss jedoch nicht. Auf die Toilette nur mit Schuhen oder Barfuss, aber nicht mit Socken!!! Nur wenige Stunden Schlaf waren mir vergoennt, denn ich musste mich erstmal an die vielen Geraeusche um mich herum gewoehnen, denn ein Meter von uns entfernt schlief die restliche Familie und viele Menschen produzieren viele Geraeusche in der Nacht.
Der neue Tag brachte viel Sonne und wenn man ein Mann ist, konnte man bei den Temperaturen auch gern mal im T-Shirt draussen spazieren. Wir zogen mit Jan und Vera (die anderen deutschen Couchsurfer) los. Manchmal muss man einfach nur ein bisschen frecher sein und sich mehr getrauen. Mit ihnen setzten wir uns in ein Cafe und schluerften nach langer Zeit endlich mal wieder Kaffee und suessen koestlichen marokkanischen Tee, um die Frechheit auf die Spitze zu treiben wurde noch eine Zigarette angezuendet. In mir hatte sich mittlerweile ein Luisentypischer Trotz entwickelt!!!
Neue Stadt, neues Glueck! Willkommen in Marrakesh, noch immer ohne Kopftuch!
Frueh um Fuenf stapften wir los zum Bus, der uns nach Marrakesh bringen sollte. Uns erwarteten zehn Stunden Fahrt ueber klitzekleine Strassen und neben uns immer das Atlasgebirge. Es war ein Traum, denn ich leider immer nur fuer Sekunden mitbekam, da ich einfach viel zu muede war. Hugo zappelte jedoch froehlich neben mir auf dem Sitz hin und her: "Oh ein Esel, Lieschen schau doch mal ein Esel, so einen will ich auch haben!" oder "Oh, schau nur die vielen kleinen Haeuser und den Berg dort hinten, dort will ich wohnen!" Ein paar Kilometer weiter dann: "Nein, schau nur wie toll das alles aussieht, man sieht das Atlasgebirge, dort will ich unser Haus hin bauen!" ... In einem kleinen Dorf standen auf einmal zwei Backpacker vor unserem Bus. Voller Spannung warteten wir die naechste groessere Pause ab: "Hoffentlich sind es keine Deutschen!" Wir stiegen aus und quasselten erstmal froehlich Englisch, bis zu der verheerenden Frage: "Where are you from?"
- "Germany"
- "Ach, dann koennen wir ja auch deutsch reden!"
Tja, die Deutschen sind halt ueberall. Mio und Tina waren jedoch das Beste das uns in dieser Busfahrt passierte. Mit jeder Pause lernten wir uns ein bisschen besser kennen. Als wir in Marrakesch ankamen war es fuer uns vier sofort klar, dass wir uns am naechsten Tag wiedersehen wollen. Und es funktioniert! Ohne Handy, nur mit dem Stadtplan einer fuer uns voellig fremden Stadt bestimmten wir einen Ort und einen Zeitpunkt und trafen uns am naechsten Tag wieder. Doch dazu spaeter.
Zwischendurch warteten wir auf unseren Couchsurfer der uns am Bahnhof abholen wollte. Die guten marokkanischen zehn Minuten (sie sind in Wirklichkeit eine Stunde!) Doch dann schaute ein freudestrahlendes Gesicht um die Ecke und Najib stand vor uns. Wir wurden gleich umarmt und herzlichst empfangen. Wir sattelten unsere Rucksaecke und zogen los. Najib redete und redete und wir redeten und redeten. Kurzum, wir verstanden uns von Anfang an Prima. Inschallah!!!
Die naechsten zwei Tage verbrachten wir also mit Najib, Mio und Tina in Marrakesh. Meistens auf dem Basar. Assen, Tranken und freuten uns unseres Lebens. Jeden Abend fuhren wir mit Najib in einem Taxi nach Hause. Das hoert sich aeusserst dekadent an, ist es aber gar nicht. Du suchst dir ein Taxi aus, sagst dem Fahrer wo du hin willst und setzt dich. Dann steigt der Fahrer aus und ruft laut in die Runde in welche Richtung es geht und du kannst kaum bis zwei zaehlen, da sitzen schon drei weitere Personen im Taxi. Also geht die Fahrt los, sechs Leute plus Fahrer, vier hinten, zwei vorne. Ein Abenteuer, welches man erlebt haben sollte und am Ende kostet es genauso viel wie der Bus.
In Marrakesh bin ich wieder aufgelebt. Traurig aber wahr, es ist eine Touristenstadt und da fall ich mit wallendem Haar nicht mehr auf. Ueberall wo man hintritt sind Touristen. Menschen so weit das Auge reicht. Dazwischen immer laute Stimmen die dir was verkaufen wollen. Doch das stoerte mich weniger als in Fes. Kurzum ich habe mich wieder wohlgefuehlt.
Dann kam der Tag der Tage. Der 21. Februar. Der Tag auf den wir die ganze Reise hingearbeitet haben. Zehn Uhr morgens - der Flughafen Marrakeshs. Wir, braun gebrannt und mit einem golden glitzernden Schild in der Hand auf dem gross "LIEBE" stand, damit uns Basti auch ja nicht verfehlt. Es ist furchtbar aufregend jemanden am Flughafen abzuholen, die Tuer geht auf, die Spannung steigt und dann: "Ach, schon wieder nicht die richtige Person!". Zumindest erkannten wir wenigstens, als die Leute aus dem deutschen Flugzeug stiegen, denn unser Schild wurde mit einem froehlichen Laecheln belohnt. Und dann, die Tuer ging auf und da war endlich BASTI und noch sieben weitere Personen. Ach war das eine Freude, Traenen kullerten und Umarmungen flogen nur so hin und her. Nachdem wir unsere Emotionen wieder gesammelt hatten, fuhren wir mit der ganzen Bande zurueck nach Marrakesh um dort noch eine Nacht in einem Hostel zu uebernachten. Nach und Nach lernten wir alle Personen kennen. Das erste Eis brach, als Stefan und Sonja auf der Terasse sassen und fragten, ob nicht jemand eine Runde Kniffel spielen will... natuerlich hatten die Beiden sofort unser Herz gewonnen, Kniffelsuechtige unter sich :)
Der Tag verging und die Vorfreude auf Khamlia wuchs immer mehr. Frueh um Acht ging es am naechsten Tag dann endlich los. Eine wilde Fahrt ueber das Atlasgebirge mit vielen Kurven, hoher Geschwindigkeit und atemraubenden Ueberholungsmanoevern. Nach zehn Stunden waren wir dann endlich da.....
Khamlia... der Anfang der Sahara und ein Kopftuch!
Die Sonne ging schon hinter den Sandduenen unter und es wurde immer dunkler... so dunkel, dass man kaum noch seine Hand vor Augen gesehen hat. Am Horizont leuchteten ein paar Strassenlaternen und wir waren endlich in Khamlia. Ein paar kleine Haeuser, bestehend aus Sand, Steinen und Stroh. Sie fallen in der Landschaft gar nicht auf und das macht sie so besonders. Eins mit der Natur. Umso erschreckender war es fuer mich, als wir in den Wohnraum gefuehrt wurden und der Fernseher lief. Huch, mitten in der Wueste und man entkommt der Zivilisation doch nicht ganz. Dazu gab es leckeres Essen und wieder einmal marokkanisches Brot. Wir sassen alle um einen Tisch herum, in der Mitte stand ein einziger grosser Teller. Dieses Gefuehl der Zusammengehoerigkeit sollte uns die ganze Woche begleiten. Unsere Schlafraeume standen auch bereit. Zu viert mit Basti und Evi in einem Zimmer, die Matratzen auf dem Boden und alles so gemuetlich. Wir liefen nachts noch auf die erste Sandduene um den Sternenhimmel zu bestaunen. In Worten ist dies kaum wiederzugeben. Es sind so viele Sterne, dass es sogar schwer faellt, denn Grossen Wagen zu entdecken, dafuer springt einem gleich der Orion ins Auge und der Mond steht auf dem Kopf. Und Sternschnuppen... ach, es gab kaum einen Abend, an dem ich keine gesehen habe! Der Sand unter unseren Fuessen war kalt und wir konnten kaum etwas sehen. Das fantastische Naturbild eroeffnete sich uns erst am naechsten Tag... Duenen soweit das Auge reicht. Du stehst auf ihnen und spuerst diese gewaltige Energie die in ihnen schlummert. Und diese uebertragt sich auf dich. Ich lief immer weiter in die Wueste hinein und fernab von allen Geraeuschen setzte ich mich nieder und genoss die Stille und die Weite. Ein Europaeer kann sich wahrscheinlich gar nicht mehr vorstellen, wie leise die Welt sein kann. Ich habe es zumindest das erste Mal richtig spueren koennen. Es schenkt Kraft und Probleme verlieren sich im Sand.
Die ersten Tage waren zur Eingewoehnung bestimmt, obwohl ich sagen muss, dass es nicht lange bei uns beiden dauerte. Wir fuehlten uns sofort wohl. Wir liefen ins benachbarte Dorf, welches sieben Kilometer entfernt ist und ich huepfte die ganze Zeit neben Hugo her. "Wir sind in der Wueste!!! Wir sind wirklich in der Wueste!" Ein tolles Gefuehl. Ich musste auch gleich ein wenig Tourimaessig ein Foto von mir und einem Dromedar machen... herrlich! Im Dorf kauften wir dann ein paar Kleinigkeiten fuer das Fruehstueck ein. Marmelade, Frischkaese, Kaffee, Milch und Schokoaufstrich - absolute Luxusgueter. Dazu gab es noch einen Joghurtdrink (Yawmy) dessen Geschmack man kaum beschreiben kann.... einfach nur koestlich und fuer ein paar Cent einen riesen Berg Oliven.
Am Sonntag fuhren wir nach Rissani, einer Basarstadt in der wir uns mit Tuechern, Hosen und Tee eindeckten. Ein Kaffee und eine Berberpizza (mjammi) in dem Keller eines Cafes (weil wir zuviele Frauen waren und sie uns auf der Terasse nicht bedienen wollten.....) und dann nach Hause. Zum Glueck, denn ist man einmal die Ruhe gewoehnt, kann so ein Basarbesuch furchtbar anstrengend sein. In den naechsten Tagen trafen wir uns mit den Lehrern aus dem Dorf um den Unterricht fuer die naechsten Wochen zu besprechen. Gruppen wurden eingeteilt und Themen festgelegt. Denn dafuer sind ja alle in das Dorf gefahren um das Projekt "Afrika macht Schule" zu unterstuetzen. Wir schlossen uns kurzerhand den kleinen Grueppchen an und arbeiteten fleissig mit. Dann kam der Montag an dem alles losging. Stefan und ich hatten die kleinen Kinder von sechs bis neun Jahre, so dass wir hauptsaechlich malten und sangen. Auch ohne sich zu verstehen kann man sich verstehen... faszinierend wie verbindent Musik zum Beispiel ist.
Die Woche in Khamlia war so bewegend. Hugo lernte eifrig viele arabische/berber Woerter um dem Begruessungsritual standhalten zu koennen. Uebersetzt man es, so fragen sie sich die ganze Zeit ob es einem gut geht, dann antwortet der naechste ja klar und fragt wieder...... das geht so lange, bis einem die Puste ausgeht, was allerdings ein paar Minuten dauern kann. Hugo hielt sich standhaft und ich hatte auch einen guten Lehrer in Hamid gefunden, der mir immer neue Begriffe beibringen wollte. Leider war ich erst so weit wenigstens dreissig Sekunden mitzumachen, als wir wieder fahren mussten. Mit der Zeit wurde der Kontakt mit den Dorfbewohnern auch immer intensiver. Wir wurden wie Familienmitglieder behandelt und es wurde auch ueber unsere Fehler hinweg gesehen. Zum Beispiel sollte man niemals in der Oeffentlichkeit Zaehne putzten, denn das ist sehr unfein... Wir Frauen trugen brav unser Kopftuch aus Respekt den Frauen gegenueber. Nunja, das Kopftuch ist letztendlich ein Thema fuer sich... Einen grossen Vorteil hat es, man braucht sich nicht ganz so oft Haare waschen, denn man nimmt es ja nur zum Schlafen ab. Und da Duschen ein wenig schwierig ist, weil man erst das Wasser in einem grossen Kessel warm machen muss, war das aeusserst praktisch. Dann gibt es natuerlich noch die andere Seite. Wenn man dann doch mal Haare gewaschen hat, kann man sie nicht an der Luft trocknen lassen, denn offene Haare sind gerade so, als ob eine Frau in Deutschland nackt ueber die Strasse laufen wuerde.- Auch wenn man zuviel koestlichen marokkanischen Tee getrunken hat und man nachts doch mal aufspringen muss, der Griff zum Kopftuch sollte auch schlaftrunken moeglich sein, denn man weiss nie, ob man jemanden begegnet. So konnte man nach einigen Tagen beobachten, dass die Maenner immer mehr auflebten (da sie ja alles duerfen) und wir Frauen erstmal damit klar kommen mussten. Uns wurden jedoch auch viele Freiheiten eroeffnet, denn normalerweise ist es nicht moeglich, dass unverheiratete Maenner und Frauen in einem Raum schlafen, auch wird immer getrennt gegessen und abends mit den Maennern Musik machen ist auch nicht moeglich. Das durften wir zum Glueck alles. Und die Musik war herrlich, ich bin im Allgemeinen kein grosser Trommelfreund, aber wenn die Maenner zusammensassen und trommelten, klatschten und sangen, ich wurde in eine andere Welt entfuehrt.
Ich koennte noch so viel mehr schreiben... ich habe in der kurzen Zeit so viel erlebt, erfahren und gelernt, aber es faellt mir schwer alles in Worte zu fassen. Hugo und ich sind unterschiedlich braun gebraeunt... die dreissig Grad heisse Sonne faerbte Hugos Arme und Gesicht - bei mir sind nur die Haende (weil Frauen niemals kuerzere Oberteile als bis zum Ellebogen tragen sollten) und das Gesicht braun.....
Ich bin schlussendlich so gluecklich, dass wir in Khamlia dabei sein durften und es wird sicherlich nicht das letzte Mal sein, dass wir dort waren.
Der Abschied ist mir sehr schwer gefallen. In der kurzen Zeit sind mir soviele Menschen ans Herz gewachsen und ich haette auch gern gesehen, wie das Projekt sich von Woche zu Woche weiter entwickelt. Nunja, beim naechsten Mal - Inschallah!!!
Mittlerweile trennen uns viele Kilometer zu Khamlia und nur noch wenige bis Dresden...
Teil der Drei der Reise beginnt nun hier in Leiden (Holland).....
- Location:Fes, Marrakesh, KHAMLIA
- Mood:
crazy - Music:the tallest man on earth
Es ist lange her... die Zeit vergeht wie im Fluge und vergeht doch nicht. Viele Momente schwirren in meinem Kopf umher, ich versuche sie zu ordnen...
Nachdem wir uns eine Woche in Granada breit gemacht hatten, draengte die Zeit und wir trampten nach Algeciras, der Ort, an dem unsere Faehre los schippern sollte. Gut. Trampen in Spanien... wir haben es natuerlich nicht nach Algeciras geschafft, obwohl es nur 250 km waren. Wir standen drei Stunden an einer Tankstelle, neben einer Telefonzelle und warteten und warteten. Ich zaehlte mein Kleingeld und siehe da, es war genug um Jemanden in der Heimat anzurufen... kurz ueberlegen und die Nummer meiner WG wurde gewaehlt. Grosse Freude, Informationsaustausch und Joshi wurde am Telefon Zeuge, wie uns Jemand ansprach um uns mitzunehmen..... also schwangen wir uns ins Auto zu einem in Spanien wohnenden Italiener der uns bis Malaga und noch ein paar Kilometer mehr mitnahm. Grosse Tankstelle, nur noch 80 km bis zu unserem Ziel, 15:30 Uhr. Das muss doch zu schaffen sein. PUSTEKUCHEN... Spanien eben. Es dunkelte schon, da zueckten wir den Zettel den Luciano uns mit seiner Nummer in die Hand drueckte (nur fuer alle Faelle) und riefen ihn an. Er kam auch prompt mit seiner Freundin zur Tankstelle gefahren um uns wieder einzusammeln und uns zu einer Busstation zu bringen.
Nachdem wir da ankamen, sprang sogleich ein Bettler aus dem "Gebuesch" der nach Geld fragte und anscheinend war das der Ausloeser fuer die Beiden uns zu sich fuer die Nacht einzuladen. Kurzum, es gibt auch in Europa schrecklich nette Menschen! Da kann man es Ihnen fast verzeihen, dass sie Whisky mit Cola UND Eis mischen ;)
Der naechste Tag kam und wir setzten uns in den Bus nach Algeciras. Ein paar Wartereien spaeter (wir sind es nun mittlerweile gewoehnt) startete die Fahere und entfuehrte uns nach Afrika......
Nachdem wir uns eine Woche in Granada breit gemacht hatten, draengte die Zeit und wir trampten nach Algeciras, der Ort, an dem unsere Faehre los schippern sollte. Gut. Trampen in Spanien... wir haben es natuerlich nicht nach Algeciras geschafft, obwohl es nur 250 km waren. Wir standen drei Stunden an einer Tankstelle, neben einer Telefonzelle und warteten und warteten. Ich zaehlte mein Kleingeld und siehe da, es war genug um Jemanden in der Heimat anzurufen... kurz ueberlegen und die Nummer meiner WG wurde gewaehlt. Grosse Freude, Informationsaustausch und Joshi wurde am Telefon Zeuge, wie uns Jemand ansprach um uns mitzunehmen..... also schwangen wir uns ins Auto zu einem in Spanien wohnenden Italiener der uns bis Malaga und noch ein paar Kilometer mehr mitnahm. Grosse Tankstelle, nur noch 80 km bis zu unserem Ziel, 15:30 Uhr. Das muss doch zu schaffen sein. PUSTEKUCHEN... Spanien eben. Es dunkelte schon, da zueckten wir den Zettel den Luciano uns mit seiner Nummer in die Hand drueckte (nur fuer alle Faelle) und riefen ihn an. Er kam auch prompt mit seiner Freundin zur Tankstelle gefahren um uns wieder einzusammeln und uns zu einer Busstation zu bringen.
Nachdem wir da ankamen, sprang sogleich ein Bettler aus dem "Gebuesch" der nach Geld fragte und anscheinend war das der Ausloeser fuer die Beiden uns zu sich fuer die Nacht einzuladen. Kurzum, es gibt auch in Europa schrecklich nette Menschen! Da kann man es Ihnen fast verzeihen, dass sie Whisky mit Cola UND Eis mischen ;)
Der naechste Tag kam und wir setzten uns in den Bus nach Algeciras. Ein paar Wartereien spaeter (wir sind es nun mittlerweile gewoehnt) startete die Fahere und entfuehrte uns nach Afrika......
- Location:Malaga, Algeciras
- Mood:
excited - Music:Bob Dylan. The Times They Are a-Changin’
wir hatten gar nicht sooo viel zeit, um uns barcelona anzuschauen. eigentlich nur ein tag, und das ist bisschen knapp, um den flair der stadt aufzusaugen.
aber wir koennen ja im sommer wiederkommen :D
wir nisteten uns bei Dana ein, die wir nur durch Flavia aus wien kannten, obwohl das haus eigentlich schon voll war. man versicherte, man wuerde nicht allzu lange bleiben und so ging das schon klar. das haus war kalt (german evening) und es gab wein, polenta und fisch, mjam war das lecker. das meiste zeug war gedumpstert, wobei man sich hier nichtmal die muehe machen muss, in den container zu krabbeln, da gegen 10 uhr abends die supermaerkte das essen herausgeben. einziges hindernis hier: als erster da sein, um nicht als letzter in der schlange der wartenden zu enden.
am naechsten tag barcelona auf- und aberkundet und dann standen wir schon wieder auf der strasse. hitchwiki gab eine recht abenteuerliche schilderung davon, wie man die angestrebte raststaette erreicht und wir krabbelten durch kleine tunnel unter eisenbahnschienen, quer uebers feld, immer schon der vormittagssonne folgend und -schwups- landeten wir an der drehtuer zu besagter "porta de barcelona".
das trampen in spanien schwer sein koennte, wurde uns erst einmal vergessen gemacht, als der erste typ, den wir ansprachen, uns wie selbstverstaendlich mitnahm. der gute hatte 4 jahre in stuttgart gelebt, konnte also gut deutsch und war sicherlich froh, es mal wieder zu ueben, das ging ja leicht. leider fuhr er nicht allzu weit, er haette uns ja auch gerne laenger mitgenommen (wir waeren auch SEHR gerne mit ihm weiter mitgefahren, v.a. in bezug auf die naechsten tage... waeren wir mal klettern gegangen!) und so stiegen wir 80km weiter an der naechsten raststaette aus.
es war zwar windig, aber die sonne schien und wir setzten uns gemuetlich vor die tankstelle, speisten und tranken und qualmten, es hetzt ja niemand. nach ein paar stunden nahm uns auch gleich der naechste man mit, er wuerde bis FAST valencia fahren, aber zumindest die richtung. wir machten es uns gemuetlich und doesten ueber die strasse ...
da die autopistas in spanien geld kosten, hat er sie auch irgendwann verlassen, und wir trotteten ueber die landstrasse, an mandarinenplantagen vorbei soweit das auge sehen konnte.
doch auch irgendwann ist jede fahrt vorbei und bevor wir uns versahen, standen wir auf der N-340 richtung valencia, in irgendeinem kuhkaff, gegen 4 uhr nachmittags. der wind war mittlerweile ein sturm, in welchem man kaum gerade stehen konnte. die motivation, heute noch valencia zu erreichen, sank "etwas" und die vorbeisausenden lkw's (autos so gut wie keine) zeigten auch nicht wirklich wille uns mitzunehmen, zumal wir zu zweit waren.
also schnallten wir irgendwann die rucksaecke, verfluchten spanien und den orangenmann, der uns zwar soo viele kilometer mitgenommen hatte, aber wir nun fernab der autobahn waren und auf landstrassen die spanier nicht anhalten, zumal die sonne langsam hinterm horizont versank.
nach ein paar kilometern fanden wir auch ein zerfallenes haeuschen, in welchem schon ein baum praechtig gedieh, und windgeschuetzt platzierten wir uns in unserem neuen heim. mandarinen wurden genuegend abgezupft, hugo machte noch ein kleines feuer (der rauch brachte unsere klamotten mehr zum stinken, als das es waermte, aber ich habe feuer gemacht! =D) und die erste nacht im freien wurde getaetigt.
am naechsten tag, sonntag, vor 24h hatten wir gerade mal barcelona verlassen, doch es lag wie jahre hinter uns, standen wir auch frisch und munter auf und liefen nach kleinen irrwegen durch die pampa die landstrasse weiter hinunter. autos fuhren vorbei, viele viele, alle guckten dohf, keines hielt. wir machten kurze pause, da bremste ein LKW und hielt .. wegen uns! wir konnten es nicht fassen. ich hetzte hin, voller freude, doch der nette und einzige LKW-fahrer, der jemals gehalten hat, bedauerte nordwaerts zu fahren.
schade. aber er hat gehalten! welch motivation, es halten doch noch menschen an. so schritten wir weiter gen sueden, in unseren regenmaenteln, denn bei unserem glueck durfte das nasse prasseln nicht fehlen. nach ziemlich vielen kilometern und etlosen stunden (ein blick auf die landkarte relativiert das schnell, aber darum geht's nicht), erreichten wir auch endlich eine autobahnauffahrt, wir sind gerettet!
es hielten drei autos (davon aber auch das allererste, das vorbeikam, das muss man betonen!) in drei stunden. nette menschen, aber fuhren alle nach barcelona. wir ueberlegten kurz, aber was sollten wir da? wenigstens hoerte der regen auf und die sonne kam raus. ist ja nicht unbedingt kuehl hier, aber ohne sonne und mit regen is schon aetzend.
resigniert fragte ich den mann an der mautschranke, wo denn die naechste tren-station sei, und der meinte frohgemut in torreblanca, nur 1km entfernt. also packten wir unsere sachen -again- und liefen -again- bis zum bahnhof. dort hatten wir noch 2h, eh der zug fuhr, dafur bis nach valencia, das waren immerhin noch gute 100km und die zuege sind ja billig hier (11,80 fuer zwei personen).
vor unserer abfahrt aus barcelona hatten wir noch nem couchsurfer geschrieben, aber bloederweise aus alicante, nicht valencia. so kamen wir zwar abends in valencia an, aber es fuhr kein zug mehr nach alicante. uff. naja, dann riefen wir wenigstens unseren host an, der meine email nicht bekommen hatte, und er meinte, er wohne ausserhalb von alicante und ist bisschen fertig von einer tour, aber wenn wir niemanden finden, macht er's klar.
also noch eine nacht draussen! wir suchten uns eine verlassene wiese in valencia und schliefen unter'm fruehlingswarmen sternenhimmel unseren seichten schlaf. am naechsten tag voller zuversicht ins internetcafe ("europa versinkt im schneechaos!"), die wegbeschreibung unserer hosts raussuchen, und ab nach alicante. spaetnachmittags angekommen irrten wir ein bisschen durch diese studentenstadt ("kuck mal, die haben auch rucksaecke! und gitarren!"), eh wir versuchten den letzten bus in dieses nest zu nehmen, wo er zu wohnen schien. er schrieb uns daweile, er wuerde jetzt ins bett gehen und liesse die tuer offen.
eigentlich haetten wir auf die zeichen achten sollen. die frau im tourismusbuero hatte noch nie etwas von el moralet gehoert. der bus nach san vicente des raspeig fuhr nicht mehr, nachdem wir eine stunde gewartet hatten. trotzdem, in aussicht auf ein warmes dach ueber den kopf, wo man sich ausruhen koennte, und wenn es nur fuer einen tag waere, marschierten wir die ca. 10km mit unseren grossen rucksaecken hinaus in die einoede. nach 3h marsch, am ende unserer kraefte kamen wir in besagtem nest an, waren auch froh darueber, dass es hier zumindest strassennamen gab, und suchten die strasse, die uns unser host gesendet hat.
nach einer stunde vergeblichem suchens gaben wir punkt mitternacht auf, muede vom laufen und von den elenden hunden, die hinter jeder mauer der grossen villen anfingen die nacht zu zerbellen, verfluchten diesen idioten, der uns irgendeine falsche adresse gegeben haben muss, packten uns die dritte nacht ausser haus hinter irgendeine mauer und schliefen ein.
lieschen zauberte noch ein bier aus dem rucksack, das sie mir eigentlich erst geben wollte, wenn wir da sind, aber das war genau das richtige in dem moment.
am naechsten tag fuhren wir nach granada, wo uns pepe, ein anderer freund flavias, herzlich willkommen hiess und jetzt sind wir seit einer woche hier, lassen uns die sonne im hauseigenen garten auf den bauch scheinen und nehmen die letzte verschnaufpause vor marokko. morgen ein letzter versuch, spanien trampmaessig mit positiven erfahrungen zu erfuellen. und dann hinaus, hinaus in die weite, bis an den rand der wueste.
und dann zurueck. auweia :)
aber wir koennen ja im sommer wiederkommen :D
wir nisteten uns bei Dana ein, die wir nur durch Flavia aus wien kannten, obwohl das haus eigentlich schon voll war. man versicherte, man wuerde nicht allzu lange bleiben und so ging das schon klar. das haus war kalt (german evening) und es gab wein, polenta und fisch, mjam war das lecker. das meiste zeug war gedumpstert, wobei man sich hier nichtmal die muehe machen muss, in den container zu krabbeln, da gegen 10 uhr abends die supermaerkte das essen herausgeben. einziges hindernis hier: als erster da sein, um nicht als letzter in der schlange der wartenden zu enden.
am naechsten tag barcelona auf- und aberkundet und dann standen wir schon wieder auf der strasse. hitchwiki gab eine recht abenteuerliche schilderung davon, wie man die angestrebte raststaette erreicht und wir krabbelten durch kleine tunnel unter eisenbahnschienen, quer uebers feld, immer schon der vormittagssonne folgend und -schwups- landeten wir an der drehtuer zu besagter "porta de barcelona".
das trampen in spanien schwer sein koennte, wurde uns erst einmal vergessen gemacht, als der erste typ, den wir ansprachen, uns wie selbstverstaendlich mitnahm. der gute hatte 4 jahre in stuttgart gelebt, konnte also gut deutsch und war sicherlich froh, es mal wieder zu ueben, das ging ja leicht. leider fuhr er nicht allzu weit, er haette uns ja auch gerne laenger mitgenommen (wir waeren auch SEHR gerne mit ihm weiter mitgefahren, v.a. in bezug auf die naechsten tage... waeren wir mal klettern gegangen!) und so stiegen wir 80km weiter an der naechsten raststaette aus.
es war zwar windig, aber die sonne schien und wir setzten uns gemuetlich vor die tankstelle, speisten und tranken und qualmten, es hetzt ja niemand. nach ein paar stunden nahm uns auch gleich der naechste man mit, er wuerde bis FAST valencia fahren, aber zumindest die richtung. wir machten es uns gemuetlich und doesten ueber die strasse ...
da die autopistas in spanien geld kosten, hat er sie auch irgendwann verlassen, und wir trotteten ueber die landstrasse, an mandarinenplantagen vorbei soweit das auge sehen konnte.
doch auch irgendwann ist jede fahrt vorbei und bevor wir uns versahen, standen wir auf der N-340 richtung valencia, in irgendeinem kuhkaff, gegen 4 uhr nachmittags. der wind war mittlerweile ein sturm, in welchem man kaum gerade stehen konnte. die motivation, heute noch valencia zu erreichen, sank "etwas" und die vorbeisausenden lkw's (autos so gut wie keine) zeigten auch nicht wirklich wille uns mitzunehmen, zumal wir zu zweit waren.
also schnallten wir irgendwann die rucksaecke, verfluchten spanien und den orangenmann, der uns zwar soo viele kilometer mitgenommen hatte, aber wir nun fernab der autobahn waren und auf landstrassen die spanier nicht anhalten, zumal die sonne langsam hinterm horizont versank.
nach ein paar kilometern fanden wir auch ein zerfallenes haeuschen, in welchem schon ein baum praechtig gedieh, und windgeschuetzt platzierten wir uns in unserem neuen heim. mandarinen wurden genuegend abgezupft, hugo machte noch ein kleines feuer (der rauch brachte unsere klamotten mehr zum stinken, als das es waermte, aber ich habe feuer gemacht! =D) und die erste nacht im freien wurde getaetigt.
am naechsten tag, sonntag, vor 24h hatten wir gerade mal barcelona verlassen, doch es lag wie jahre hinter uns, standen wir auch frisch und munter auf und liefen nach kleinen irrwegen durch die pampa die landstrasse weiter hinunter. autos fuhren vorbei, viele viele, alle guckten dohf, keines hielt. wir machten kurze pause, da bremste ein LKW und hielt .. wegen uns! wir konnten es nicht fassen. ich hetzte hin, voller freude, doch der nette und einzige LKW-fahrer, der jemals gehalten hat, bedauerte nordwaerts zu fahren.
schade. aber er hat gehalten! welch motivation, es halten doch noch menschen an. so schritten wir weiter gen sueden, in unseren regenmaenteln, denn bei unserem glueck durfte das nasse prasseln nicht fehlen. nach ziemlich vielen kilometern und etlosen stunden (ein blick auf die landkarte relativiert das schnell, aber darum geht's nicht), erreichten wir auch endlich eine autobahnauffahrt, wir sind gerettet!
es hielten drei autos (davon aber auch das allererste, das vorbeikam, das muss man betonen!) in drei stunden. nette menschen, aber fuhren alle nach barcelona. wir ueberlegten kurz, aber was sollten wir da? wenigstens hoerte der regen auf und die sonne kam raus. ist ja nicht unbedingt kuehl hier, aber ohne sonne und mit regen is schon aetzend.
resigniert fragte ich den mann an der mautschranke, wo denn die naechste tren-station sei, und der meinte frohgemut in torreblanca, nur 1km entfernt. also packten wir unsere sachen -again- und liefen -again- bis zum bahnhof. dort hatten wir noch 2h, eh der zug fuhr, dafur bis nach valencia, das waren immerhin noch gute 100km und die zuege sind ja billig hier (11,80 fuer zwei personen).
vor unserer abfahrt aus barcelona hatten wir noch nem couchsurfer geschrieben, aber bloederweise aus alicante, nicht valencia. so kamen wir zwar abends in valencia an, aber es fuhr kein zug mehr nach alicante. uff. naja, dann riefen wir wenigstens unseren host an, der meine email nicht bekommen hatte, und er meinte, er wohne ausserhalb von alicante und ist bisschen fertig von einer tour, aber wenn wir niemanden finden, macht er's klar.
also noch eine nacht draussen! wir suchten uns eine verlassene wiese in valencia und schliefen unter'm fruehlingswarmen sternenhimmel unseren seichten schlaf. am naechsten tag voller zuversicht ins internetcafe ("europa versinkt im schneechaos!"), die wegbeschreibung unserer hosts raussuchen, und ab nach alicante. spaetnachmittags angekommen irrten wir ein bisschen durch diese studentenstadt ("kuck mal, die haben auch rucksaecke! und gitarren!"), eh wir versuchten den letzten bus in dieses nest zu nehmen, wo er zu wohnen schien. er schrieb uns daweile, er wuerde jetzt ins bett gehen und liesse die tuer offen.
eigentlich haetten wir auf die zeichen achten sollen. die frau im tourismusbuero hatte noch nie etwas von el moralet gehoert. der bus nach san vicente des raspeig fuhr nicht mehr, nachdem wir eine stunde gewartet hatten. trotzdem, in aussicht auf ein warmes dach ueber den kopf, wo man sich ausruhen koennte, und wenn es nur fuer einen tag waere, marschierten wir die ca. 10km mit unseren grossen rucksaecken hinaus in die einoede. nach 3h marsch, am ende unserer kraefte kamen wir in besagtem nest an, waren auch froh darueber, dass es hier zumindest strassennamen gab, und suchten die strasse, die uns unser host gesendet hat.
nach einer stunde vergeblichem suchens gaben wir punkt mitternacht auf, muede vom laufen und von den elenden hunden, die hinter jeder mauer der grossen villen anfingen die nacht zu zerbellen, verfluchten diesen idioten, der uns irgendeine falsche adresse gegeben haben muss, packten uns die dritte nacht ausser haus hinter irgendeine mauer und schliefen ein.
lieschen zauberte noch ein bier aus dem rucksack, das sie mir eigentlich erst geben wollte, wenn wir da sind, aber das war genau das richtige in dem moment.
am naechsten tag fuhren wir nach granada, wo uns pepe, ein anderer freund flavias, herzlich willkommen hiess und jetzt sind wir seit einer woche hier, lassen uns die sonne im hauseigenen garten auf den bauch scheinen und nehmen die letzte verschnaufpause vor marokko. morgen ein letzter versuch, spanien trampmaessig mit positiven erfahrungen zu erfuellen. und dann hinaus, hinaus in die weite, bis an den rand der wueste.
und dann zurueck. auweia :)
- Location:Atarfe, bei Granada, Spain
- Mood:
amused - Music:stereomood - just woke up
Es ist faszinierend, an welchen Fleck der Erde es dich gerade verschlägt, es soll im Sommer angeblich noch schöner sein, es genügt nicht inmitten der kalten Wintersonne Frühjahrsblüher auf den schon grünen Wiesen zu entdecken..... nein! Im Sommer ist alles herrlicher!!!
Dieser Satz gehört mittlerweile zu denen, die ich gekonnt ignoriere. Vielleicht passieren im Sommer nicht die Seltenheiten die uns begegneten...
- tagelanger Regen in Bastia: "Eigentlich regnet es fast nie in Bastia und wenn, dann nur ein paar Stunden!"
- Schnee in Marseille: "Schnee?? Im Süden Frankreichs, dass ist schon Jahre nicht mehr passiert!"
- Schneesturm auf den Strassen: Ausnahmezustand, anscheinend wissen die Südler nicht, wie man damit umgehen soll
- Eis in Barcelona: "I've never seen ice in Barcelona before..."
Solche Tatsachen verfolgen uns. Wenn die Deutschen irgendwo ankommen, hinterlassen sie meist eine befremdliche Spur. Vielleicht ist es nicht ganz so dramatisch wie ich es schildere, aber ich kann nicht abstreiten, dass es mir schon ein wenig kurios erscheint.
Nachdem wir Korsika im Regen hinter uns liessen, gelangten wir nach zwölfstündiger äusserst wackliger Schifffahrt in Marseille an. Früh um Sieben. Durch die leeren Strassen wandernd erreichten wir unsere angestrebte Ampel, inmitten einer Baustelle. Die frühe Uhrzeit und das Glück waren an diesem Tag unsere Begleiter. Schnell wurden wir in ein Auto eingeladen und erst einmal zur Autobahnauffahrt gebracht. Manchmal überrumpelt einen sogar die nächste Begegnung..... Hugo hatte noch nicht seine Erdnuss aufgesetzt, als ein Auto neben uns hielt. Ein älterer Herr streckte seinen niedlichen Kopf durch's Fenster und fragte uns wo wir hin wollen..... Perfekt! Genau die richtige Richtung und so viele Kilometer. Nach der langen warmen Fahrt und einen kleinen Ausflug nach Seté, dauerte es keine zehn Minuten an der Raststätte und Mr. Orangeglasses nahm uns mit nach Barcelona. Das heisst kurz vor Barcelona, doch das bemerkten wir erst als wir da waren. Kommunikation in Spanisch/Französisch bzw. Englisch/Deutsch funktioniert eben nur, wenn beide Parteien auch jeweils die andere Sprache sprechen können. Aber auch Dörfer in Spanien haben Busse :)
Nach 500 km Trampen kamen wir abends um neun endlich in Barcelona an!
Dieser Satz gehört mittlerweile zu denen, die ich gekonnt ignoriere. Vielleicht passieren im Sommer nicht die Seltenheiten die uns begegneten...
- tagelanger Regen in Bastia: "Eigentlich regnet es fast nie in Bastia und wenn, dann nur ein paar Stunden!"
- Schnee in Marseille: "Schnee?? Im Süden Frankreichs, dass ist schon Jahre nicht mehr passiert!"
- Schneesturm auf den Strassen: Ausnahmezustand, anscheinend wissen die Südler nicht, wie man damit umgehen soll
- Eis in Barcelona: "I've never seen ice in Barcelona before..."
Solche Tatsachen verfolgen uns. Wenn die Deutschen irgendwo ankommen, hinterlassen sie meist eine befremdliche Spur. Vielleicht ist es nicht ganz so dramatisch wie ich es schildere, aber ich kann nicht abstreiten, dass es mir schon ein wenig kurios erscheint.
Nachdem wir Korsika im Regen hinter uns liessen, gelangten wir nach zwölfstündiger äusserst wackliger Schifffahrt in Marseille an. Früh um Sieben. Durch die leeren Strassen wandernd erreichten wir unsere angestrebte Ampel, inmitten einer Baustelle. Die frühe Uhrzeit und das Glück waren an diesem Tag unsere Begleiter. Schnell wurden wir in ein Auto eingeladen und erst einmal zur Autobahnauffahrt gebracht. Manchmal überrumpelt einen sogar die nächste Begegnung..... Hugo hatte noch nicht seine Erdnuss aufgesetzt, als ein Auto neben uns hielt. Ein älterer Herr streckte seinen niedlichen Kopf durch's Fenster und fragte uns wo wir hin wollen..... Perfekt! Genau die richtige Richtung und so viele Kilometer. Nach der langen warmen Fahrt und einen kleinen Ausflug nach Seté, dauerte es keine zehn Minuten an der Raststätte und Mr. Orangeglasses nahm uns mit nach Barcelona. Das heisst kurz vor Barcelona, doch das bemerkten wir erst als wir da waren. Kommunikation in Spanisch/Französisch bzw. Englisch/Deutsch funktioniert eben nur, wenn beide Parteien auch jeweils die andere Sprache sprechen können. Aber auch Dörfer in Spanien haben Busse :)
Nach 500 km Trampen kamen wir abends um neun endlich in Barcelona an!
- Music:Deck the Halls by Michele McLaughlin
Sommer, Sonne, Strand und Meer..... nicht ganz, aber fast. Also noch einmal von vorn:
Winter, Sonnenscheinchen, Sand, Gebirge und Meer!
Nach vier Stunden Wasser unter unseren Füssen erreichten wir Bastia. Mit vom Wind zersaustem Haar betraten wir wieder das Festland. Und welch Freude: das Erste was unsere Augen erblickten..... eine Palmenallee!


Sehr viel weiter sind wir dann aber nicht gekommen, denn unsere Rucksäcke (wie kann man nur soviel Mist mitschleppen???) erlaubten uns nur einen Marsch bis zum grössten Platz in Bastia, auf dem wir drei Stunden lesend auf Arthur warteten. So ein Popsplattsitzen hat natürlich auch etwas für sich, denn umso grösser ist die Freude aufzuspringen und Arthur in die Arme zu fallen, wenn eben jener auf einmal hinter einer Palme hervor schaut.

glennkill... wenn Schafe einen Mord lösen dann fesselt das so, dass man nicht mal bemerkt wenn man fotografiert wird ...
Ein paar Anhöhen weiter erreichten wir auch schon das Haus in dem er wohnt. Schnell ein zwei, vielleicht auch vier Runden Shithead spielen (ohja, auch die Franzosen kennen dies famose Spiel), ein paar französische Sätze lernen: Je ne parle pas français - eben das man KEIN französisch spricht und dann mit Kopfsprung ins kalte Wasser..... eine WG-Party inmitten von Bastia. Doch ihr kennt Hugo, einmal an seiner Seite kann einem gar nichts passieren, ein paar "Schlückchen" Bier und der Kommunikation steht nichts mehr im Wege, bei ihm auf Englisch, bei mir mit ein bisschen Englisch, Händen und Füssen.....
Das Eis war bei Vielen aber auch so gleich gebrochen, denn wer drei Stunden lesend auf einem Platz in einer Kleinstadt sitzt, wird sofort erkannt und darauf angesprochen :)


Bier..... entweder in 0.25l oder 1 l Flaschen, da fällt eine Entscheidung nicht schwer.....
Ein Spaziergang durch Bastia, wenn man das dauernde Auf und Ab ohne Atemstillstand überlebt hat, kann einen durchaus berühmt machen..... einen Blick ins Schloss, ein kurzes Verlaufen, vorbei an Leuten mit Kamera und schon wurden wir angesprochen (höchstwahrscheinlich weil wir so prima Laufen können) ob wir nicht Hauptdarsteller in einem marokkanischen Film werden wollen! Klar wollen wir, auch wenn das geläufige Wort auf Korsika STATISTEN ist..... ein bisschen auf einer Mauer sitzen, charmant durchs Bild laufen und schwuppdiwupp werden wir im Juni im Film Ymmi in Marokko im Kino zu sehen sein!


Mandarinen liegen in Bastia frisch vom Baum herunter gepurzelt auf der Strasse..... und sie schmecken :)

..... sowas finden auch nur die Deutschen auf Korsika lustig und von denen wahrscheinlich auch nur wir.....
Der Sonntag überraschte uns alle schlussendlich mit einem vierundzwanzig Stunden andauernden Regen und so stand einem faulen Tag nichts mehr im Wege..... Shithead, Tarot, Belotte und sogar Skat, neu lernend, lehrend und spielend. Nebenbei bekam Hugo noch eine neue Mütze für seinen Wuschelkopf gestrickt.....

... ein paar Farbtupfer können dem sonst so eintönig gekleidetem Hugo nicht schaden, zum Glück hat er ja mich :D



Wir sind auch weiterhin faul, schreiben nur ein paar Karten (oho). Doch es reicht schon, jeden Morgen aufzuwachen, Baguette und Kaffee zu sich zu nehmen, auf die Terasse zu marschieren und zu staunen..... jeden Tag aufs Neue, doch immer in einem anderen Licht, können wir verträumt zu unserer Linken über die unfassbare Weite des Mittelmeeres und zu unserer Rechten auf hohe Berge blicken und dazwischen lächeln uns Zitronen- und Mandarinenbäume an!!!
Ein paar viele Stunden noch, dann wird uns die Fähre zu neuen Abenteuern auf's Festland zurück bringen.....
AU REVOIR!!!

Winter, Sonnenscheinchen, Sand, Gebirge und Meer!
Nach vier Stunden Wasser unter unseren Füssen erreichten wir Bastia. Mit vom Wind zersaustem Haar betraten wir wieder das Festland. Und welch Freude: das Erste was unsere Augen erblickten..... eine Palmenallee!
Sehr viel weiter sind wir dann aber nicht gekommen, denn unsere Rucksäcke (wie kann man nur soviel Mist mitschleppen???) erlaubten uns nur einen Marsch bis zum grössten Platz in Bastia, auf dem wir drei Stunden lesend auf Arthur warteten. So ein Popsplattsitzen hat natürlich auch etwas für sich, denn umso grösser ist die Freude aufzuspringen und Arthur in die Arme zu fallen, wenn eben jener auf einmal hinter einer Palme hervor schaut.
glennkill... wenn Schafe einen Mord lösen dann fesselt das so, dass man nicht mal bemerkt wenn man fotografiert wird ...
Ein paar Anhöhen weiter erreichten wir auch schon das Haus in dem er wohnt. Schnell ein zwei, vielleicht auch vier Runden Shithead spielen (ohja, auch die Franzosen kennen dies famose Spiel), ein paar französische Sätze lernen: Je ne parle pas français - eben das man KEIN französisch spricht und dann mit Kopfsprung ins kalte Wasser..... eine WG-Party inmitten von Bastia. Doch ihr kennt Hugo, einmal an seiner Seite kann einem gar nichts passieren, ein paar "Schlückchen" Bier und der Kommunikation steht nichts mehr im Wege, bei ihm auf Englisch, bei mir mit ein bisschen Englisch, Händen und Füssen.....
Das Eis war bei Vielen aber auch so gleich gebrochen, denn wer drei Stunden lesend auf einem Platz in einer Kleinstadt sitzt, wird sofort erkannt und darauf angesprochen :)
Bier..... entweder in 0.25l oder 1 l Flaschen, da fällt eine Entscheidung nicht schwer.....
Ein Spaziergang durch Bastia, wenn man das dauernde Auf und Ab ohne Atemstillstand überlebt hat, kann einen durchaus berühmt machen..... einen Blick ins Schloss, ein kurzes Verlaufen, vorbei an Leuten mit Kamera und schon wurden wir angesprochen (höchstwahrscheinlich weil wir so prima Laufen können) ob wir nicht Hauptdarsteller in einem marokkanischen Film werden wollen! Klar wollen wir, auch wenn das geläufige Wort auf Korsika STATISTEN ist..... ein bisschen auf einer Mauer sitzen, charmant durchs Bild laufen und schwuppdiwupp werden wir im Juni im Film Ymmi in Marokko im Kino zu sehen sein!
Mandarinen liegen in Bastia frisch vom Baum herunter gepurzelt auf der Strasse..... und sie schmecken :)
..... sowas finden auch nur die Deutschen auf Korsika lustig und von denen wahrscheinlich auch nur wir.....
Der Sonntag überraschte uns alle schlussendlich mit einem vierundzwanzig Stunden andauernden Regen und so stand einem faulen Tag nichts mehr im Wege..... Shithead, Tarot, Belotte und sogar Skat, neu lernend, lehrend und spielend. Nebenbei bekam Hugo noch eine neue Mütze für seinen Wuschelkopf gestrickt.....
... ein paar Farbtupfer können dem sonst so eintönig gekleidetem Hugo nicht schaden, zum Glück hat er ja mich :D
Wir sind auch weiterhin faul, schreiben nur ein paar Karten (oho). Doch es reicht schon, jeden Morgen aufzuwachen, Baguette und Kaffee zu sich zu nehmen, auf die Terasse zu marschieren und zu staunen..... jeden Tag aufs Neue, doch immer in einem anderen Licht, können wir verträumt zu unserer Linken über die unfassbare Weite des Mittelmeeres und zu unserer Rechten auf hohe Berge blicken und dazwischen lächeln uns Zitronen- und Mandarinenbäume an!!!
Ein paar viele Stunden noch, dann wird uns die Fähre zu neuen Abenteuern auf's Festland zurück bringen.....
AU REVOIR!!!
- Location:Bastia
- Mood:
lazy - Music:Joy Division, Girls in Hawaii, Razorlight, The Who, Eiskrem
der schaaaaal ist fertig :)))))))
hier sind wir, immernoch in wien, aber die welt ist ja nicht soo gross...
spielplaetze in wien ... einladend ;)
da strahlt aber jemand ...
streetart-ehre wem ehre gebuehrt :D
jemand muss ja mal mit mir gassi gehen ...
... und mit dem lieschen auch ;)
wir starteten reichlich verspaetet gegen 14 uhr an einem donnerstag und schafften es auch recht zuegig bis graz, klagenfurt, ljubljana. ankunft gegen 21 uhr, noch genug zeit also um sich mit miha, unserem couchsurfer, zu treffen und ein bierchen zu trinken. dieser jedoch hat uns bloederweise eine falsche nummer gegeben und obwohl er zu hause sass um zu lernen, las er nicht unsere nachricht mit luises nummer. kristian und karo kennen ja auch den theo aus von hier, aber er hat gerade keine wohnung und konnte uns nicht hosten; schade eigentlich. so sassen wir in einer der vielen kneipen ljubljanas und hofften -vergebens- miha wuerde uns anrufen, spielten noch ein paar runden kniffel und legten uns dann in irgendeiner schummrigen ecke zum schlafen, war auch ziemlich kalt, trotz der suedlichen lage.
das an der uni ein kleines camp war, wo wir uns auch haetten betten koennen, erfuhren wir erst am naechsten tag, dohf gelaufen. sicherlich haette man das auch so erfahren, waere man einfach mit einem local ins gespraech gekommen, zumal die leute hier sehr aufgeschlossen sind und es auch viele, viele studenten gibt, bei denen wir haetten unterkommen koennen, einer haette uns bestimmt aufgenommen ... aber wir waren zu muede zum kontakte knuepfen, lernten aber unsere lektion fuer die zukunft und trafen uns dann am naechsten morgen mit besagtem miha.
schoene stadt, coole leute und wir ueberschritten sogar den fluss und betraten fuer kurze zeit den balkan. miha erzaehlte uns in schillernden farben, wie die leute immer lockerer werden wuerden, je suedlicher wir kaemen, quer durch kroatien, bosnien, montenegro, albanien, bis nach griechenland.
doch wie die wege des schicksals manchmal nicht wirklich ergruendbar sind, so fanden wir uns dann dennoch wieder in wien wieder. die balkantour haben wir spontanerweise auf die etwas waermere sommerzeit verschoben, macht auch mehr sinn, und aus einer gewissen zeitnot, die durch unseren zu langen aufenthalt in wien heraus entstanden ist, entschlossen wir uns, gleich nach italien in richtung korsika abzubiegen.
noch einmal standen wir an der autobahn richtung graz, den lieben langen tag, und als uns abends immer noch niemand mitgenommen hatte (diese idioten!), ging es grummelnd, aber doch froh ueber eine warme trockene bleibe zurueck nach wien, mit dem entschluss, diese strecke mit dem bus zurueckzulegen.
es gab auch einen bus, der von brno ueber wien bis ins herz italiens faehrt, und so wanderten wir ins zugehoerige reisebuero und erzaehltem dem verwundert dreinblickenden herrn, wir wuerden gern von wien bis florenz fahren.
"sie wollen nach florenz? von WIEN?". wir bejahten unseren wunsch, da er uns nicht allzu absurd erschien, befanden wir uns schliesslich gerade in wien. "ok.. und wann? - am besten heute - HEUTE???". nun war der gute mann voellig verwirrt. scheinbar hatte dieses busunternehmen, das zwar ein tschechisches war, noch nie erlebt, dass jemand von der stadt in der dieses buero sitzt, losfahren wollte, zumal der bus hier haelt.
er schuettelte verwirrt und etwas hilflos den kopf und meinte, er glaube nicht, dass das moeglich ist. rein theoretisch haetten wir fuer 7 euro nach brno fahren muessen, um dort in einen bus zu steigen, der ueber wien nach italien faehrt. jetzt waren wir diejenigen, die dohf kuckten. doch er erbarmte sich unseres utopischen wunsches und meinte, er klaere das mit dem unternehmen. hat natuerlich alles geklappt, auch wenn wir nie erfahren haben, welchen trubel wir in hiesigem unternehmen verursacht haben muessen, und so stiegen wir puenktlich dreiviertel vor mitternacht an einem kalten mittwoch in den bus und stiegen zwoelf stunden spaeter im sommerlichen florenz, 850km vom hoellischen wien entfernt, aus dem bus.
endlich fort, endlich raus! die sonne schien und entzueckte unsere wintergewoehnten augen, es waren gar fruehlingshafte temperaturen. warum dresden elbflorenz genannt wird, ist uns zwar nicht ganz klar geworden, da die aehnlichkeiten mit unserer heimatstadt schwer zu erkennen waren, aber eine schoene stadt ist es dennoch! klassisch und klischeehaft ertraenkten wir unsere drogensucht in original italienischem eis, wobei die hier keine ahnung von portionen haben und wir uns das mittagessen danach sparen konnten. auch hier gab es keinen couchsurfer, der zeitnah geantwortet hatte, und obwohl wir aus den fehlern der vergangenheit gelernt und bei den anfragen gleich luises handynummer mit dazu geschrieben hatten, blieben auch die anrufe aus.
eeeeiiiiisssssss ... im winter!?
schlecken am fluss
macht ja nix, italien kann man eh ueberspringen, und so nahmen wir am selben tag noch den zug nach livorno, vollendeten den klischeeaufenthalt mit einer grossen, original italienischen pizza (mozarella in dtl darf sich gar nicht mozarella schimpfen!!!!), kauften uns spaetabends ein faehrticket fuer den naechsten morgen, betteten uns irgendwo in einer gemuetlichen, weichen ecke unter einem baum, schliefen gemuetlich ('s war sooo schoen warm) und verliessen am naechsten morgen gegen 8.30 ortszeit nach nicht einmal 24h aufenthalt italien.
so ein suesser bahnhof =)
unsere schlafstaette
arrivederci italia!!! :P
- Location:corse, of corse
- Mood:schnurpselig
- Music:arthurs rolling stones 500 something
abenteuer, juchhey!
wir leben noch!
die fahrt ging weit in den osten, wo man uns fast schon nicht mehr verstanden, dann mit dem ODEC nach bischofswerda und in die berge zum spielemarathon.
nach ottendorf kommt logischerweise bad schandau und von da mit spendiertem ticket nach prag (danke!).
doch wo man auch hin will wird man nicht ankommen, wenn man es auf zwang begehrt - deswegen sind wir in wien gefangen und werden wohl bis ende märz hier verbringen müssen, abschied fällt so schwer. :)
doch es rufen die straßen und obwohl wir erst nach bratislava mussten, um hierherzugelangen, weht uns der wind fort an die küste.
lustig, dass man erst tagelang durch fremdsprachiges gebiet tingelt, immer weiter gen osten, und schlussendlich doch wieder irgendwo landet, wo man auch sprachlich zuhause ist. wer hätte gedacht, dass wien östlicher als görlitz liegt? bildung erfährt man hier, waaahnsinn!
die tage sind kurz, die nächte länger; bei ankunft gab's erstmal kostenloses bier auf einer hostelfeier und so muss es dann wohl auch weiterlaufen :)
ahoi matrosen!

das legendäre selfmade-wahrzeichen der großen kreisstadt. massenhaft touristen drängeln sich täglich um dieses einod künstlerischer tätigkeit. und lieschen mittendrin ;)

und auch die rose, die größte ihrer art (seide!) auf der welt, wird beschnuppert. qualitätstesterin nixdorf befindet ihren riechstatus für "gut, aber irgendwie etwas eintönig". lasst das bloß nicht die einwohner hören!

prag - paradies für begrenzte budgets. nudeln, parmesan, ketchup, kofola und 3 flaschen bier für 100 kronen - unschlagbar! leider waren die nudeln ungenießbar, weil sie das lieschen falsch gekocht .. AUA ... weil die nudeln dohf waren. so schleimig und so. man kippt ja als ordentlich erzogener ddr-überlebender nix weg, aber wir fassten uns ans herz und .. taten das unabweichliche. r.i.p.

liebe findet auch unter säcken statt, traurig aber wahr. luise findet das nicht traurig... war ja klar.

unsere fotoreihe "frau, schild, emotionen". hier noch glasklar im optimistischen zustand ...

... während hier die laune schon etwas abgesunken war (die dunkelheit im hintergrund hat nichts mit der tageszeit zu tun) ...

... und hier die hoffnung schon mit dem letzten auto weggefahren ist.

nochmal eine nahaufnahme! neue energie, gleich wird's geschehen, wir schaffen es und sitzen im warmen auto! ich weiß es :)))))))

... jedoch ...

... es nützte alles nichts. schade und hugo ist ein arsch für dieses foto bekommt er noch eine gescheuert moment wer schreibt hier dazwischen .fdvfddkdfjfs EEYYY dkfbgffl

freibier, schiefe blicke, heimkehr erst um sechs uhr morgens.... und das alles für lau in wien... so sollten willkommensabende aussehen :D

dumpsterdiving 2.0 vienna: ausbeute bezog sich auf ca. 27 joghurts, 600kg käse und 5 dosen mayonnaise. seitdem leben wir im paradies und es fällt auch schwer sich loszureißen ... ich will ja eigentlich schon seit tagen los, aber das lieschen will einfach nicht.... moment, da redet er wieder einmal kompletten blödsinn, wer sitzt denn jeden abend mir mit großen augen gegenüber mit der frage: fahren wir erst übermorgen?????????? Bitte!

schluss jetzt, bäh.
bis die tage
hugo & lieschen
wir leben noch!
die fahrt ging weit in den osten, wo man uns fast schon nicht mehr verstanden, dann mit dem ODEC nach bischofswerda und in die berge zum spielemarathon.
nach ottendorf kommt logischerweise bad schandau und von da mit spendiertem ticket nach prag (danke!).
doch wo man auch hin will wird man nicht ankommen, wenn man es auf zwang begehrt - deswegen sind wir in wien gefangen und werden wohl bis ende märz hier verbringen müssen, abschied fällt so schwer. :)
doch es rufen die straßen und obwohl wir erst nach bratislava mussten, um hierherzugelangen, weht uns der wind fort an die küste.
lustig, dass man erst tagelang durch fremdsprachiges gebiet tingelt, immer weiter gen osten, und schlussendlich doch wieder irgendwo landet, wo man auch sprachlich zuhause ist. wer hätte gedacht, dass wien östlicher als görlitz liegt? bildung erfährt man hier, waaahnsinn!
die tage sind kurz, die nächte länger; bei ankunft gab's erstmal kostenloses bier auf einer hostelfeier und so muss es dann wohl auch weiterlaufen :)
ahoi matrosen!
das legendäre selfmade-wahrzeichen der großen kreisstadt. massenhaft touristen drängeln sich täglich um dieses einod künstlerischer tätigkeit. und lieschen mittendrin ;)
und auch die rose, die größte ihrer art (seide!) auf der welt, wird beschnuppert. qualitätstesterin nixdorf befindet ihren riechstatus für "gut, aber irgendwie etwas eintönig". lasst das bloß nicht die einwohner hören!
prag - paradies für begrenzte budgets. nudeln, parmesan, ketchup, kofola und 3 flaschen bier für 100 kronen - unschlagbar! leider waren die nudeln ungenießbar, weil sie das lieschen falsch gekocht .. AUA ... weil die nudeln dohf waren. so schleimig und so. man kippt ja als ordentlich erzogener ddr-überlebender nix weg, aber wir fassten uns ans herz und .. taten das unabweichliche. r.i.p.
liebe findet auch unter säcken statt, traurig aber wahr. luise findet das nicht traurig... war ja klar.
unsere fotoreihe "frau, schild, emotionen". hier noch glasklar im optimistischen zustand ...
... während hier die laune schon etwas abgesunken war (die dunkelheit im hintergrund hat nichts mit der tageszeit zu tun) ...
... und hier die hoffnung schon mit dem letzten auto weggefahren ist.
nochmal eine nahaufnahme! neue energie, gleich wird's geschehen, wir schaffen es und sitzen im warmen auto! ich weiß es :)))))))
... jedoch ...
... es nützte alles nichts. schade und hugo ist ein arsch für dieses foto bekommt er noch eine gescheuert moment wer schreibt hier dazwischen .fdvfddkdfjfs EEYYY dkfbgffl
freibier, schiefe blicke, heimkehr erst um sechs uhr morgens.... und das alles für lau in wien... so sollten willkommensabende aussehen :D
dumpsterdiving 2.0 vienna: ausbeute bezog sich auf ca. 27 joghurts, 600kg käse und 5 dosen mayonnaise. seitdem leben wir im paradies und es fällt auch schwer sich loszureißen ... ich will ja eigentlich schon seit tagen los, aber das lieschen will einfach nicht.... moment, da redet er wieder einmal kompletten blödsinn, wer sitzt denn jeden abend mir mit großen augen gegenüber mit der frage: fahren wir erst übermorgen?????????? Bitte!
schluss jetzt, bäh.
bis die tage
hugo & lieschen
- Location:wien. logisch
- Mood:
relaxed - Music:stereomood.com; "psychedelic", "rainy day" and "dreamy"
die schuhe auf dem rucksack
das haar noch frisch gekämmt
wandelte ich durch alte heimat
während oben hoch am himmel
die sonne ihre schönheit zeigt
bunt wachsen federsträuche
links und rechts vom wegesrand
hauseinfahrten sperren
die ung'trübte sicht
auf den frühling der sich wie benommen
über eis'ge wintersorgen stülpt
gedanken öffnen ohne sorg
die heit're sicht der welt
und alles dem glück entfernte
bleibt der seel heut auch entfernt
und ich wandele durch alte heimat
wie man sie neu kennenlernt
blicke folgen meinen schritten
man grüßt sich hier und dort
und schwebend das gefühl der fremde
fliegt über mich hinfort
und verliert sich klein in weiter ferne
was soll'n die sorgen an diesem ort
am gipfel angekommen
schlängelt sich der weg
ins tal hinein zum dorfe
und die berge im fernen schleier
lachen auf zum horizont
leben, erwache neu zu großen taten
und ich wandele durch alte heimat
wie man sie noch nie gekannt
das haar noch frisch gekämmt
wandelte ich durch alte heimat
während oben hoch am himmel
die sonne ihre schönheit zeigt
bunt wachsen federsträuche
links und rechts vom wegesrand
hauseinfahrten sperren
die ung'trübte sicht
auf den frühling der sich wie benommen
über eis'ge wintersorgen stülpt
gedanken öffnen ohne sorg
die heit're sicht der welt
und alles dem glück entfernte
bleibt der seel heut auch entfernt
und ich wandele durch alte heimat
wie man sie neu kennenlernt
blicke folgen meinen schritten
man grüßt sich hier und dort
und schwebend das gefühl der fremde
fliegt über mich hinfort
und verliert sich klein in weiter ferne
was soll'n die sorgen an diesem ort
am gipfel angekommen
schlängelt sich der weg
ins tal hinein zum dorfe
und die berge im fernen schleier
lachen auf zum horizont
leben, erwache neu zu großen taten
und ich wandele durch alte heimat
wie man sie noch nie gekannt
- Location:O-Dorf, alte neue Heimat
- Music:rADIO³; die ständigen dazwischenquatscher nach und vor den liedern ist nicht sch
31.03.2011; 00:00 (welch' famose zeit)
heute ist DER tag. der tag, auf den ich mich seit jahren gefreut habe. heute, endlich, wie habe ich's ersehnt, eröffnet die altmarktgalerie. also... neu, nehm' ich an, denn es gab ja schon eine, also die gibt's auch heute noch, ich glaub', das ist 'ne erweiterung oder so.
ist ja auch egal, endlich kann man wieder shoppen! also gut, das stimmt nicht ganz, konnte man ja bisher auch ganz gut. in der altmarktgalerie. oder centrum-galerie, die ist auch da! oder die prager straße, ich glaub', die ist am ältesten. und natürlich die weiße gasse. und die münzgasse neben der frauenkirche. und die hauptstraße. und kaufpark nickern, ich schuft, vergäße ich ihn!
die machen um 8 auf, aber das ist mir zu früh, ehrlich. ich bin um 10 bei maik zum frühstück verabredet und dann jeht's looooooooooos! ich träume von freibier und puppentheater und buchlesungen und ganz viel toller spielerei und feierei! da sind bestimmt eine ganze menge leute, die sich freuen, mit dabei sein zu dürfen! hach, wie ich mich freu' :)
wir brauchen noch ein mikrofaserfon, die kamera hab' ich, der akku lädt gerade. "wie, ihr seid zum einkaufen hier? was ist denn das? - aha, und was macht man da? ach wie, und das macht spaß? - versteh' ich nicht! ihr könntet doch lieber auf der wiese sitzen und zeitung lesen! oder musik hören! die sonne genießen!"
oder so. wird spontan entschieden! wenn wir keine lust mehr haben, weil die leute uns langweilen, dann gehen wir halt wieder! aber unsere geduld ist grooooß und die hoffnung in die gute menschheit fast unendlich, wir bleiben hartnäckig! aber ich hab nur 5 kassetten a lá 30 minuten, mehr kann ich leider nicht sagen lassen, also fasst euch kurz und stichhaltig, hihi.
gut, soweit die nachrichten. eigentlich müssten hier geschichten hin; geschichten über den alltag und nicht alltag, über all die ungereimtheiten, die einem nunmal so widerfahren; dass ich jetzt öfters bei meiner familie bin und ich das irgendwie schön und kraftgebend find - hier ist alles so einfach, auch wenn's extrem schwierig ist, man kämpft jede minute gegen unfreien geist und repressionen der provinz, aber hey! wat soll's?;
geschichten darüber, dass neitschl jetzt im madness anfängt, und wir ein neues lied haben; darüber, dass ich mir ein neues objektiv gekauft hab' (juhu, ab heute nachmittag hab' ich zwei objektive, fett! - krach - hm... doch nur eins, und das hab' ich erst heut' nachmittag, verdammte tolpatschigkeit!) oder einfach nur darüber, was in, auf, unter, zwischen und hinter mir stattfindet, welche gedanken rasen, welche quälen, welche motivieren, welche hoffen lassen. geschichten über ein ganz normales leben in einer ganz normalen stadt zu einer ganz normalen zeit. denn das einzige, was uns das dasein als unnormal erscheinen lässt, ist die klaffende differenz zwischen dem was ist, dem was sein kann, und dem was wir gerne hätten! der alltag ist unnormal, weil es zu jeder situation beispiele gibt, wie es besser gehen kann.
aber diese geschichten fehlen hier erstmal.
mein leben ist schließlich nicht so besonders, als dass ich einfach drauflosschreibe, aus meinen erlebnissen erzähle und davon ausgehe, dass es jemanden interessiert.
tu' ich ja auch nicht.
und doch,
jedes leben ist besonders - mal rein philosophisch gesehen. und die einen können dem etwas abgewinnen oder es sich so einrichten oder es sich zumindest - immerhin! - einbilden, dass ihr leben besonders sein muss, weil es sie eben kein zweites mal gibt (das gilt selbst für den nicht-existenten durchschnittsbürger); und andere können es eben weniger oder gar nicht oder wollen weniger oder gar nicht oder haben es nie gelernt. Und so weiter, ich denke, ich verstehe, was ich meine.
also ist mein leben doch besonders. und wie kann ich es darstellen, dass es so ist? wie kann ich den zuschauer, -hörer und -leser dazu bringen, mir zuzustimmen? nicht, dass mir das wichtig wäre, aber angenommen, ich will in einer bestimmten situation das verständnis des konsumers für mich gewinnen (z.b. bei einer filmvorstellung oder beim hineinstellen einiger zeilen in ein elektronisches tagebuch, aber dort weniger und nicht immer; man schreibt ja für sich selbst, glaub' ich. tief im inner'n.); wie stelle ich das an?
die charaktere machen's. die charaktere und ihr typisches auftreten, ihre unnachahmliche art, wie man sie unter 1.000en von menschen immer und immer wieder erkennen würde. aber das ist schwierig, weil nicht alles individuell typische angenehm ist, nicht alle persönlichkeitsdetails sind positiv. manches ist typisch für einen, das man nicht mag; man ist dann geneigt rumzuzicken oder sich einzureden "neeeee, so bin ich gar nicht, die wissen gar nicht wie ich bin", aber ein ganz einfaches gesetz der stochastik besagt plausibel und empirisch belegt (zumindest beim würfelwerfen), dass mit steigender quantität sich eine normalverteilung beginnt einzustellen. übertragen heißt das, dass IRGENDWAS schon an einer charakterbeschreibung des eigenen wesens stimmen muss, häufen sich die erwähnungen voneinander unabhängiger beobachter.
zu abstrakt? sagt dir deine beste freundin zum beispiel, dass du schnell eingeschnappt bist, wie dies auch 20 andere menschen tun, die das mal mehr, mal weniger ernst meinen, die es mal tiefgründiger und ernster erwähnen und mal wieder oberflächlicher daherbrabbeln; kurz: hörst du dieselben eigenschaften relativ oft, dann muss da wohl was dran sein. wenn nicht schon in deiner "wahren persönlichkeit", die natürlich nur du selber kennst (träum weiter), dann zumindest in deiner wirkung auf andere, auf ganz unterschiedliche menschen, die alle "dasselbe" (oder "das gleiche"? leckt mich xD) sagen.
dies zu ignorieren beruhigt. aber ist das gesund? vielleicht. dann behält man das typische. aber es bleibt das kribbeln der totalen, absoluten wahrheit: stimmt es denn WIRKLICH, was die leute sagen? BIN ich denn so? oder SPIELE ich das nur? selbstbeobachtung fällt mir schwer, ich bin zu sehr abgelenkt, als mich auf mich und meine handlungen zu konzentrieren. und manchmal, wenn man bewusst aussagt, was man sagen möchte, fühlt man sich gut, man investiert energie in das eigene denken und kann 100% zu dem stehen, wovon man gerade schwadroniert. man weiß ja, wovon man redet.
und sonst? sonst dümpel ich vor mich hin, sage mal ja, mal amen, vielfach sachen, die weder so gemeint sind noch gehört werden müssen; worte, die unbedeutend sind und auch so gemeint waren, da der große strudel der erinnerung viiieeeeel zu gigantisch ist, als dass jedes sekündchen und jedes wort darin behalten werden müsste, platzt so schon. small talk im prinzip, aber nicht basierend auf uninteresse des gegenübers, sondern einfach aus unwichtigkeit des gesagten. und dann gibt es momente, da kommt es auf j e d e s e i n z e l n e wort an. zusammenreißen min' jung', is' grad wichtich!
wo war ich? moment, kurzer nachlesecheck. egal, lassen wir so stehen.
02:10, immernoch derselbe morgen.
die platte am anfang, wie sie sich leicht aus dem dunkel herausdrehte, hat sofort, ich betone SOFORT, überzeugt. als jack black in den laden kam, wusste ich nicht nur sofort, was für eine art film dies werden würde (essaymöglichkeit: die auswirkungen bekannter gesichter & charaktere auf die wünsche und hoffnungen, vorurteile und erwartungen des zuschauers und seine bereitschaft den verlauf des films weiter zu verfolgen und seinen inhalt zu akzeptieren);
sondern ich wusste auch, dass er mir gefallen würde.
als er dann "walking on sunshine" galant nachtanzte, erkannte ich ein stückchen meiner persönlichkeit in ihm. und den musiknazi in mir, der nur seine art musik bestimmen lässt.
[hier fehlen ausführliche worte zur handlung, aufnahme und rezeption des gesehen, spar ich mir aber, muss ins bett]
high fidelity, zieht ihn euch rein, aber habt ihr sicher alle schon. das war's für heute, keine geschichtchen, denn geschichtchen sind für früchtchen!
in diesem sinne
[an diese stelle muss ein guter schlusssatz, ideen bitte an 0351/2732023, aber der akku lädt noch. gute nacht]
heute ist DER tag. der tag, auf den ich mich seit jahren gefreut habe. heute, endlich, wie habe ich's ersehnt, eröffnet die altmarktgalerie. also... neu, nehm' ich an, denn es gab ja schon eine, also die gibt's auch heute noch, ich glaub', das ist 'ne erweiterung oder so.
ist ja auch egal, endlich kann man wieder shoppen! also gut, das stimmt nicht ganz, konnte man ja bisher auch ganz gut. in der altmarktgalerie. oder centrum-galerie, die ist auch da! oder die prager straße, ich glaub', die ist am ältesten. und natürlich die weiße gasse. und die münzgasse neben der frauenkirche. und die hauptstraße. und kaufpark nickern, ich schuft, vergäße ich ihn!
die machen um 8 auf, aber das ist mir zu früh, ehrlich. ich bin um 10 bei maik zum frühstück verabredet und dann jeht's looooooooooos! ich träume von freibier und puppentheater und buchlesungen und ganz viel toller spielerei und feierei! da sind bestimmt eine ganze menge leute, die sich freuen, mit dabei sein zu dürfen! hach, wie ich mich freu' :)
wir brauchen noch ein mikrofaserfon, die kamera hab' ich, der akku lädt gerade. "wie, ihr seid zum einkaufen hier? was ist denn das? - aha, und was macht man da? ach wie, und das macht spaß? - versteh' ich nicht! ihr könntet doch lieber auf der wiese sitzen und zeitung lesen! oder musik hören! die sonne genießen!"
oder so. wird spontan entschieden! wenn wir keine lust mehr haben, weil die leute uns langweilen, dann gehen wir halt wieder! aber unsere geduld ist grooooß und die hoffnung in die gute menschheit fast unendlich, wir bleiben hartnäckig! aber ich hab nur 5 kassetten a lá 30 minuten, mehr kann ich leider nicht sagen lassen, also fasst euch kurz und stichhaltig, hihi.
gut, soweit die nachrichten. eigentlich müssten hier geschichten hin; geschichten über den alltag und nicht alltag, über all die ungereimtheiten, die einem nunmal so widerfahren; dass ich jetzt öfters bei meiner familie bin und ich das irgendwie schön und kraftgebend find - hier ist alles so einfach, auch wenn's extrem schwierig ist, man kämpft jede minute gegen unfreien geist und repressionen der provinz, aber hey! wat soll's?;
geschichten darüber, dass neitschl jetzt im madness anfängt, und wir ein neues lied haben; darüber, dass ich mir ein neues objektiv gekauft hab' (juhu, ab heute nachmittag hab' ich zwei objektive, fett! - krach - hm... doch nur eins, und das hab' ich erst heut' nachmittag, verdammte tolpatschigkeit!) oder einfach nur darüber, was in, auf, unter, zwischen und hinter mir stattfindet, welche gedanken rasen, welche quälen, welche motivieren, welche hoffen lassen. geschichten über ein ganz normales leben in einer ganz normalen stadt zu einer ganz normalen zeit. denn das einzige, was uns das dasein als unnormal erscheinen lässt, ist die klaffende differenz zwischen dem was ist, dem was sein kann, und dem was wir gerne hätten! der alltag ist unnormal, weil es zu jeder situation beispiele gibt, wie es besser gehen kann.
aber diese geschichten fehlen hier erstmal.
mein leben ist schließlich nicht so besonders, als dass ich einfach drauflosschreibe, aus meinen erlebnissen erzähle und davon ausgehe, dass es jemanden interessiert.
tu' ich ja auch nicht.
und doch,
jedes leben ist besonders - mal rein philosophisch gesehen. und die einen können dem etwas abgewinnen oder es sich so einrichten oder es sich zumindest - immerhin! - einbilden, dass ihr leben besonders sein muss, weil es sie eben kein zweites mal gibt (das gilt selbst für den nicht-existenten durchschnittsbürger); und andere können es eben weniger oder gar nicht oder wollen weniger oder gar nicht oder haben es nie gelernt. Und so weiter, ich denke, ich verstehe, was ich meine.
also ist mein leben doch besonders. und wie kann ich es darstellen, dass es so ist? wie kann ich den zuschauer, -hörer und -leser dazu bringen, mir zuzustimmen? nicht, dass mir das wichtig wäre, aber angenommen, ich will in einer bestimmten situation das verständnis des konsumers für mich gewinnen (z.b. bei einer filmvorstellung oder beim hineinstellen einiger zeilen in ein elektronisches tagebuch, aber dort weniger und nicht immer; man schreibt ja für sich selbst, glaub' ich. tief im inner'n.); wie stelle ich das an?
die charaktere machen's. die charaktere und ihr typisches auftreten, ihre unnachahmliche art, wie man sie unter 1.000en von menschen immer und immer wieder erkennen würde. aber das ist schwierig, weil nicht alles individuell typische angenehm ist, nicht alle persönlichkeitsdetails sind positiv. manches ist typisch für einen, das man nicht mag; man ist dann geneigt rumzuzicken oder sich einzureden "neeeee, so bin ich gar nicht, die wissen gar nicht wie ich bin", aber ein ganz einfaches gesetz der stochastik besagt plausibel und empirisch belegt (zumindest beim würfelwerfen), dass mit steigender quantität sich eine normalverteilung beginnt einzustellen. übertragen heißt das, dass IRGENDWAS schon an einer charakterbeschreibung des eigenen wesens stimmen muss, häufen sich die erwähnungen voneinander unabhängiger beobachter.
zu abstrakt? sagt dir deine beste freundin zum beispiel, dass du schnell eingeschnappt bist, wie dies auch 20 andere menschen tun, die das mal mehr, mal weniger ernst meinen, die es mal tiefgründiger und ernster erwähnen und mal wieder oberflächlicher daherbrabbeln; kurz: hörst du dieselben eigenschaften relativ oft, dann muss da wohl was dran sein. wenn nicht schon in deiner "wahren persönlichkeit", die natürlich nur du selber kennst (träum weiter), dann zumindest in deiner wirkung auf andere, auf ganz unterschiedliche menschen, die alle "dasselbe" (oder "das gleiche"? leckt mich xD) sagen.
dies zu ignorieren beruhigt. aber ist das gesund? vielleicht. dann behält man das typische. aber es bleibt das kribbeln der totalen, absoluten wahrheit: stimmt es denn WIRKLICH, was die leute sagen? BIN ich denn so? oder SPIELE ich das nur? selbstbeobachtung fällt mir schwer, ich bin zu sehr abgelenkt, als mich auf mich und meine handlungen zu konzentrieren. und manchmal, wenn man bewusst aussagt, was man sagen möchte, fühlt man sich gut, man investiert energie in das eigene denken und kann 100% zu dem stehen, wovon man gerade schwadroniert. man weiß ja, wovon man redet.
und sonst? sonst dümpel ich vor mich hin, sage mal ja, mal amen, vielfach sachen, die weder so gemeint sind noch gehört werden müssen; worte, die unbedeutend sind und auch so gemeint waren, da der große strudel der erinnerung viiieeeeel zu gigantisch ist, als dass jedes sekündchen und jedes wort darin behalten werden müsste, platzt so schon. small talk im prinzip, aber nicht basierend auf uninteresse des gegenübers, sondern einfach aus unwichtigkeit des gesagten. und dann gibt es momente, da kommt es auf j e d e s e i n z e l n e wort an. zusammenreißen min' jung', is' grad wichtich!
wo war ich? moment, kurzer nachlesecheck. egal, lassen wir so stehen.
02:10, immernoch derselbe morgen.
die platte am anfang, wie sie sich leicht aus dem dunkel herausdrehte, hat sofort, ich betone SOFORT, überzeugt. als jack black in den laden kam, wusste ich nicht nur sofort, was für eine art film dies werden würde (essaymöglichkeit: die auswirkungen bekannter gesichter & charaktere auf die wünsche und hoffnungen, vorurteile und erwartungen des zuschauers und seine bereitschaft den verlauf des films weiter zu verfolgen und seinen inhalt zu akzeptieren);
sondern ich wusste auch, dass er mir gefallen würde.
als er dann "walking on sunshine" galant nachtanzte, erkannte ich ein stückchen meiner persönlichkeit in ihm. und den musiknazi in mir, der nur seine art musik bestimmen lässt.
[hier fehlen ausführliche worte zur handlung, aufnahme und rezeption des gesehen, spar ich mir aber, muss ins bett]
high fidelity, zieht ihn euch rein, aber habt ihr sicher alle schon. das war's für heute, keine geschichtchen, denn geschichtchen sind für früchtchen!
in diesem sinne
[an diese stelle muss ein guter schlusssatz, ideen bitte an 0351/2732023, aber der akku lädt noch. gute nacht]
- Location:IWC, nebenan
- Mood:
ecstatic - Music:dandy warhols, zweite platte